Die Zeit bei der geplanten Wehrdienstreform drängt. Aus diesem Grund traf sich die Bundesregierung am Sonntag zu einem Geheimgipfel im Kanzleramt – "Heute" berichtete. Laut einem Bericht der "Krone" habe man wohl bis in die Abendstunden verhandelt.
Demnach will die ÖVP die "Einigung" zum "6+3"-Modell nochmals aufschnüren, da vielen in der Partei der Zivildienst noch immer zu attraktiv sei. Zudem sei noch offen, wie man es mit den geplanten Truppenübungen handhaben möchte.
Am 1. Jänner 2027 soll die Reform jedenfalls in Kraft treten. Somit wird die Zeit knapp, da man ja auch noch zumindest eine Oppositionspartei vom eigenen Vorhaben überzeugen muss, um die notwendige Zweidrittelmehrheit zu erhalten.
Besonders brisant: Bei dem nunmehrigen Geheimgipfel waren weder FPÖ noch Grüne dabei. Die Fronten sind ohnehin verhärtet. Gegenüber der Tageszeitung sagte der Wehrsprecher der Freiheitlichen, Volker Reifenberger, dass man bisher keine Einladung der Regierung zu Gesprächen erhalten habe.
Auch bei den Grünen ist die Stimmung angespannt. Deren Wehrsprecher, David Stögmüller, befürchtet eine "Husch-Pfusch"-Aktion. Seine Partei werde "einen intern ausgeschnapsten Kompromiss" jedenfalls nicht mittragen. Immerhin gehe es um die Zukunft tausender junger Männer.
Bezüglich einer baldigen Lösung zeigt sich Stögmüller wenig optimistisch. "Eine seriöse Einigung bis zum 30. September? Kann ich mir nicht vorstellen", wird er von der "Krone" zitiert.