Kaum war die Wehrdienst-Reform der Bundesregierung präsentiert, folgten die ersten Reaktionen. Zustimmung kommt unter anderem von Bundespräsident Alexander Van der Bellen sowie vom Roten Kreuz und der Industriellenvereinigung. Die Opposition und Sozialistische Jugend sehen den Beschluss hingegen kritisch.
Van der Bellen bezeichnete die Einigung als Kompromiss, der einen Vorschlag der Expertenkommission aufgreife. Dass sich die drei Koalitionsparteien erst nach längeren Verhandlungen geeinigt hätten, sei zwar nicht ideal, nun wünsche er sich aber eine rasche Umsetzung der Reform.
FPÖ-Chef Herbert Kickl sprach hingegen von einem schlechten Kompromiss zulasten der Sicherheit Österreichs. Er sieht darin einen weiteren "Beweis für die totale Handlungsunfähigkeit der Koalition". Der Beschluss helfe aus seiner Sicht weder dem Bundesheer noch den Zivildienern oder der Sicherheit des Landes. Auch Wehrsprecher Volker Reifenberger bezeichnete die Regierung als "untauglich".
Kritik kommt auch von den Grünen. Wehrsprecher David Stögmüller bemängelte, dass zwar über die Dauer des Wehrdienstes entschieden worden sei, viele Fragen rund um den Zivildienst aber offenblieben. Aus seiner Sicht fehle es zudem an Verbesserungen, "die junge Menschen zu Recht erwarten dürfen". Er sprach sich dafür aus, auch den Sold der Zivildiener anzuheben.
Die Sozialistische Jugend kritisierte ebenfalls den Beschluss. Statt einer umfassenden Reform wird der "Wehrdienst de facto verlängert, anstatt die bestehenden Probleme endlich anzugehen", so Verbandsvorsitzende Larissa Zivkovic.
Positiv bewertet das Österreichische Rote Kreuz die zunächst freiwillige und später mögliche verpflichtende Verlängerung des Zivildienstes. Präsident Gerald Schöpfer sieht darin eine Stärkung der Widerstandsfähigkeit der Gesellschaft sowie mehr Flexibilität für künftige Entwicklungen. Gleichzeitig wolle das Rote Kreuz die Einbindung von Zivildienern weiter ausbauen.
Auch die Industriellenvereinigung (IV) begrüßte das präsentierte Modell. Zwar entspreche es nicht vollständig den Empfehlungen der Wehrdienstkommission, dennoch sei die Einigung ein Schritt in die richtige Richtung. Gleichzeitig mahnte die IV, dass sicherheitspolitische Entscheidungen künftig schneller getroffen werden müssten, da sich die geopolitische Lage grundlegend verändert habe.