Seit Beginn des Jahres tobt in Österreich die Debatte rund um die Verlängerung des Wehrdienstes. Nachdem zuletzt heftig über verschiedene Modelle diskutiert wurde, schaltet sich nun der Österreichische Kameradschaftsbund (ÖKB) ein.
Der ÖKB macht auf den im Jänner präsentierten Bericht der Wehrdienstkommission aufmerksam, den Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) mithilfe einer Volksbefragung verwirklichen wollte. Dieser ursprüngliche Bericht sah ein 8+2-Modell für die Wehrpflicht und einen auf 12 Monate verlängerten Zivildienst vor.
Den jüngsten Vorschlag, der sechs Monate Grundwehrdienst, weitere zwei Monate Grundwehrdienst innerhalb von 18 Monaten und 1 Monat Truppenübungen umfasst, wird vom ÖKB abgelehnt - ebenso das Freiwilligenmodell der NEOS.
Die Begründung: Die Variante 6 + 2 + 1 würde für die Soldaten eine massive Belastung bedeuten, da sie nach dem Grundwehrdienst erneut für 2 Monate einrücken müssten. Darüber hinaus würde diese Variante jährlich rund 60 Millionen Euro mehr kosten als das 8+2-Modell. Das Freiwilligenmodell der NEOS bezeichnet der ÖKB als "realitätsfremd" - schon jetzt würden sich für die Miliz zu wenig Freiwillige finden.
"Offenbar wird der Ernst der Lage von den Politikerinnen und Politikern nicht erkannt, obwohl die Bedrohungen immer mehr werden", äußert sich der ÖKB in einer Presseaussendung zu den seit Monaten laufenden Verhandlungen. Und weiter: "Angesichts der schleppenden Verhandlungen stellt sich die Frage, wen die Abgeordneten eigentlich vertreten. Es schaut so aus, dass weder die Sicherheit Österreichs vertreten wird, noch die Österreicher selbst vertreten werden".
Der Kameradschaftsbund macht darauf aufmerksam, dass sich 2013 in einer Volksbefragung die Mehrheit der Bevölkerung für die Beibehaltung der allgemeinen Wehrpflicht ausgesprochen hat. Und beruft sich auf Umfragen, die zeigen, dass auch jetzt eine (wenn auch knappe) Mehrheit der Österreicher das ursprünglich vorgeschlagene 8+2-Modell mit 12-monatigem Zivildienst unterstützt.
Der ÖKB fordert daher von der Regierung, "die Blockadehaltung zu beenden" - und das ursprünglich von der Wehrdienstkommission empfohlene 8+2-Modell mit 12 Monaten Zivildienst zu beschließen.