Die Kulisse ist symbolträchtig: In der Lehrlingswerkstätte des Donaukraftwerks Ybbs-Persenbeug trafen sich am Mittwoch Spitzenvertreter der Industrie mit der Politik. Beim "Industriegipfel" von Industriellenvereinigung Nieder- und Oberösterreich stand die Zukunft des Produktionsstandorts im Mittelpunkt.
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (VP) betonte dabei die wirtschaftliche Bedeutung der Branche: "Niederösterreich und Oberösterreich stehen für 43 Prozent der industriellen Wertschöpfung Österreichs und über 800.000 Arbeitsplätze, die direkt oder indirekt mit der Industrie verbunden sind." Die Industrie sei das Fundament unseres Wohlstands, sie finanziere Sozialstaat und Bildung und sei Motor für Innovation und Fortschritt.
Angesichts steigender Kosten und internationaler Konkurrenz brauche es nun klare Signale. "Die Industrie braucht einen wettbewerbsfähigen Industriestrompreis bis 2030, der Sicherheit und Planbarkeit gibt", sagte Mikl-Leitner und forderte außerdem eine spürbare Entlastung des Faktors Arbeit. Auch Bürokratie bremse Investitionen: "Jede Steuerdebatte schreckt Investoren ab."
Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer (VP) sprach von einem gemeinsamen Schulterschluss: "Wir kämpfen für den Produktionsstandort, denn ohne starke Industrie gibt es keine sicheren Arbeitsplätze und keinen Wohlstand." Entscheidend seien Technologieoffenheit, leistbare Energie und weniger Bürokratie. Industrie und Klimaschutz müssten gemeinsam gedacht werden – "wenn man auf Innovation setzt statt auf Verbote".
Kritisch äußerten sich auch die Industrievertreter. IV-NÖ-Präsident Kari Ochsner forderte Reformen, "damit Unternehmen investieren und wieder wirtschaftliche Dynamik entsteht". IV-OÖ-Präsident Thomas Bründl warnte am Mittwoch: "Die Wettbewerbsfähigkeit leidet weiter unter steigenden Personal- und Energiekosten sowie wachsender steuerlicher und regulatorischer Belastung."
Mit einem gemeinsamen Industriemanifest wollen Nieder- und Oberösterreich nun ein Zeichen setzen – für Planungssicherheit, Investitionen und den Erhalt von Arbeitsplätzen.