Wahl-Beben in Deutschland

"Unaufhaltsam" – Was Kickl für Österreich kommen sieht

Die AfD holt sich den Sieg bei der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern, die Linke in Berlin. FPÖ-Chef Herbert Kickl leitet einen Trend für Österreich ab.
Newsdesk Heute
20.09.2026, 21:28
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FPÖ-Bundesparteiobmann Herbert Kickl wertet die Landtagswahlergebnisse in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern als Zeichen für einen politischen Umbruch in Deutschland. Die CDU habe historische Niederlagen erlitten, während die AfD an Bedeutung gewinne. Kickl spricht vom "Abendrot einer verkrusteten Epoche", einem "unaufhaltsamen Ende alter Machtstrukturen" und sieht darin einen Vorboten eines möglichen Systemwechsels auch in Österreich.

Kritik übt Kickl auch an Deutschlands Kanzler Friedrich Merz, der trotz der Wahlergebnisse an seinem Amt festhalten und Reformen vorantreiben will. Er fordert einen "tiefgreifenden Systemwechsel" und gratuliert der AfD zu ihren Wahlerfolgen. Sie habe damit aus seiner Sicht die CDU als bestimmende konservative Volkspartei abgelöst. "Was vor allem Österreich jetzt" benötige, sei "kein kosmetisches Weiter-wie-bisher, sondern ein tiefgreifender Systemwechsel".

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AfD holt Mecklenburg-Vorpommern

Hochrechnungen nach lag die AfD am späten Sonntagabend in Mecklenburg-Vorpommern zwar vorne, aber eine echte Machtoption hat sie trotzdem nicht. Die Parteien, die im Landtag sitzen, haben schon vor der Wahl ausgeschlossen, mit der AfD eine Koalition einzugehen. Trotzdem meint AfD-Bundeschef Tino Chrupalla, dass seine Partei im Nordosten klar den Regierungsauftrag bekommen hat. Das Abschneiden der AfD in Mecklenburg-Vorpommern feierte er als ein "sensationelles Ergebnis".

Laut NTV kommt die AfD laut Hochrechnungen mit 37,3 bis 37,8 Prozent knapp vor die SPD, die auf 35,5 bis 36,3 Prozent kommt. Ob die bisherige Regierung aus SPD und Linke unter Ministerpräsidentin Manuela Schwesig weiter eine Mehrheit hält, ist noch offen. Falls die Grünen im Landtag bleiben, wäre eine rot-rot-grüne Dreierkoalition eine Möglichkeit. Sollten die Grünen aber an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern, könnte eine rot-rote Minderheitsregierung auf Stimmen der CDU angewiesen sein – vorausgesetzt, die CDU schafft es ins Parlament.

Linke ist dagegen in Berlin vorne

Die Linke hat indes bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus mit mehr als einem Viertel der Stimmen ihr bislang bestes Ergebnis im wiedervereinigten Berlin erzielt. Spitzenkandidatin Elif Eralp profitierte laut dem Bericht unter anderem von einem intensiven Wahlkampf mit Fokus auf Mieten und Leistbarkeit. Die Partei konnte rund 75.000 bisherige Nichtwähler mobilisieren und Stimmen von Grünen, SPD und CDU gewinnen. In einer ZDF-Nachwahlbefragung wollten 37 Prozent Eralp als Regierende Bürgermeisterin sehen.

Ob sie tatsächlich ins Rote Rathaus einzieht, hängt nun von den Koalitionsverhandlungen mit SPD und Grünen ab. Streitpunkte sind die von der Linken geforderte Vergesellschaftung großer Immobilienkonzerne sowie der Umgang mit Antisemitismusvorwürfen innerhalb der Partei. Eralp bekräftigte am Wahlabend, an der Vergesellschaftung festhalten zu wollen, betonte zugleich aber, dass deren Umsetzung länger dauern werde. Die Linke müsse zudem innerparteiliche Widerstände gegen eine Regierungsbeteiligung überwinden.

red,20.09.2026, 21:28