Unzufriedenheit mit Regierung

Umfrage-Knaller: Mehrheit fordert jetzt Neuwahlen

Die Ampel für Österreichs erste Dreier-Koalition blinkt eineinhalb Jahre nach der Angelobung dunkelgelb: Eine Mehrheit von 46 Prozent will Neuwahlen.
Clemens Oistric
18.09.2026, 05:00
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Es ist eine saftige Frühwarnung gleich zum Start in das neue Arbeitsjahr: In einer aktuellen Umfrage (500 Befragte, Schwankungsbreite ±4,4 Prozent) stellte "Heute" aufgrund der schlechten Umfragewerte der Regierung die Neuwahlfrage. Das Ergebnis:

Mehrheit will an die Urnen

Schon 46 Prozent der Befragten sprechen sich für rasche Neuwahlen aus. 40 Prozent sind der Meinung, die Regierung soll bis 2029 weiterarbeiten. 14 Prozent machten keine Angabe oder sind unentschlossen.

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Kalte Dusche nach 1,5 Jahren

Die Ablehnung überrascht angesichts der jahrzehntelangen Neuwahl-Antipathie der Österreicher. Meinungsforscher Peter Hajek bezeichnet den Unterschied derzeit "statistich nicht signifikant". Ausschlaggebend laut dem Demoskopen: die blaue Wählerschaft.

„Das Ergebnis ist weniger eindeutig, als es auf den ersten Blick wirkt. Eine klare Mehrheit gibt es damit für keine der beiden Optionen.“
Peter HajekMeinungsforscher
"Heute"-Meinungsforscher Peter Hajek
Helmut Graf

Ein Blick in die Daten zeigt: Die FPÖ-Anhänger sprechen sich mit 90 Prozent nahezu geschlossen für Neuwahlen aus. Nur 7 Prozent der Blauen sind fürs Weiterregieren. Hajek dazu: "Durch die derzeitige Stärke der FPÖ im Parteienspektrum bekommt diese Haltung entsprechend großes Gewicht."

SPÖ-Anhängerschaft zwiegespalten

Wähler der Regierungsparteien stehen durchwegs noch hinter der Koalition. Bei Neos-Sympathisanten (86 Prozent) und der ÖVP-Klientel (84 Prozent) ist die Zustimmung am ausgeprägtesten. Die SPÖ-Wählerschaft ist zu 60 Prozent für Weiterregieren, 34 Prozent präferierten eine Aufkündigung der Koalition. Grüne stützen die Regierung derzeit.

Pensionisten tendenziell Pro-Dreierkoalition

Jene, die sich bezüglich ihrer Wahlentscheidung derzeit noch nicht festgelegt haben, tendieren mehrheitlich (43 zu 28 Prozent) für einen vorzeitigen Urnengang. Am wohlmeinendsten mit der aktuellen Konstellation sind Menschen ab 60 Jahren (46 Prozent pro Weitermachen) und jene mit Matura-Abschluss.

Während 51 Prozent der Personen mit Reifeprüfung hinter dem ÖVP-SPÖ-Neos-Bündnis stehen, will eine ebenso große Anzahl an Menschen ohne Matura rasche Neuwahlen.

coi,18.09.2026, 05:00