Strengere Sanktionen

Asylzahlen brechen ein – ÖVP nimmt Wien ins Visier

Die Zahl der Asylanträge in Österreich ist heuer massiv zurückgegangen. Die Wiener ÖVP sieht darin einen Erfolg von Innenminister Gerhard Karner.
Wien Heute
20.09.2026, 19:34
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Die aktuellen Asylzahlen gehen deutlich nach unten. Von Jänner bis einschließlich August 2026 wurden österreichweit 6.512 Asylanträge gestellt. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es noch 11.898 – damit beträgt der Rückgang laut Innenministerium mehr als 45 Prozent.

Besonders deutlich fiel das Minus im August aus. Insgesamt wurden 769 Asylanträge registriert, gegenüber 1.456 im August 2025. Bei den Erstanträgen gab es sogar einen Rückgang um knapp 67 Prozent: Nur 223 Menschen stellten im August erstmals einen Asylantrag in Österreich, ein Jahr zuvor waren es 675.

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Lob für Innenminister Karner

Sollte sich die Entwicklung fortsetzen, könnte Österreich 2026 nach Einschätzung der ÖVP erstmals in diesem Jahrtausend bei weniger als 10.000 Asylanträgen im Gesamtjahr landen. Für den Wiener ÖVP-Chef Markus Figl sind die Zahlen das Ergebnis der Politik von Innenminister Gerhard Karner (ÖVP).

"Dass die Zahl der Asylanträge in Österreich mittlerweile so niedrig ist wie seit Jahrzehnten nicht mehr, ist das Ergebnis der entschlossenen Arbeit von ÖVP-Innenminister Gerhard Karner. Der konsequente Grenzschutz und das Vorgehen gegen die Schlepperkriminalität zeigen Wirkung. Diesen Weg gilt es fortzusetzen", erklärt Figl in einer Aussendung.

10.440 Menschen mussten Österreich verlassen

Gleichzeitig ist die Zahl der Außerlandesbringungen höher als die Zahl der Asylanträge. Bis Ende August mussten laut Innenministerium 10.440 Menschen Österreich verlassen. Davon wurden 5.275 Personen zwangsweise außer Landes gebracht, 5.165 reisten eigenständig aus.

Nach Angaben des Innenministeriums waren rund 48 Prozent der zwangsweise abgeschobenen Personen strafrechtlich verurteilt. Zusätzlich wurden bis Ende August 516 Dublin-Überstellungen durchgeführt.

ÖVP nimmt Wien ins Visier

Für Figl ist mit den sinkenden Asylzahlen die Debatte allerdings nicht beendet. Der Wiener ÖVP-Chef fordert nun Änderungen bei der Wiener Mindestsicherung. Die Wiener Volkspartei verlangt unter anderem eine Mehrkindstaffelung, strengere Sanktionen und Kontrollen sowie verbindliche Integrationspflichten.

"Während der Bund konsequent daran arbeitet, die illegale Migration zu reduzieren, darf Wien nicht gleichzeitig durch sein Sozialsystem falsche Anreize setzen. Wenn diese positive Entwicklung nachhaltig abgesichert werden soll, muss auch die SPÖ-Neos-Stadtregierung ihren Beitrag leisten und die Wiener Mindestsicherung endlich grundlegend reformieren", so Figl.

Keine Mindestsicherung für Asylwerber

Die Dimension der Wiener Mindestsicherung ist beträchtlich. Im Jahr 2025 bezogen im Jahresdurchschnitt 146.983 Menschen die Leistung. Das waren um 2.205 Personen beziehungsweise rund ein Prozent weniger als 2024. Insgesamt wurden 74.267 Bedarfsgemeinschaften unterstützt.

Dabei ist allerdings wichtig: Asylwerber haben keinen Anspruch auf die Wiener Mindestsicherung. Während des laufenden Asylverfahrens werden hilfsbedürftige Asylsuchende bzw. subsidiär Schutzberechtigte über die Grundversorgung unterstützt. Asylberechtigte können nach einem positiven Bescheid hingegen unter den entsprechenden Voraussetzungen Mindestsicherung beziehen.

red,20.09.2026, 19:34