August Wöginger bekommt wenige Monate nach seinem Rücktritt als ÖVP-Klubobmann eine neue Funktion innerhalb der Volkspartei. Wie die "Krone" berichtet, soll der oberösterreichische Nationalratsabgeordnete künftig die Funktionärsbetreuung der ÖVP koordinieren.
Damit soll Wöginger unter anderem Bezirke besuchen, Veranstaltungen absolvieren und den Kontakt zu Funktionären in ganz Österreich pflegen. Die Anliegen aus den Regionen sollen anschließend stärker in die Arbeit der Bundespartei einfließen.
Aus der Volkspartei heißt es gegenüber der "Krone", Wöginger sei bereits seit seinem 16. Lebensjahr in der ÖVP aktiv und kenne Partei sowie Funktionäre aufgrund seiner jahrzehntelangen Tätigkeit besonders gut. Wöginger bleibt außerdem Sozialsprecher der ÖVP. Erst vergangene Woche wurde er dem Bericht zufolge wieder zum Klubobmann-Stellvertreter gewählt. Diese Funktion erhalten die Vorsitzenden der ÖVP-Teilorganisationen. Wöginger steht weiterhin an der Spitze des ÖAAB.
Der langjährige Klubchef war Anfang Mai in Linz wegen Bestimmung zum Amtsmissbrauch schuldig gesprochen worden. Das Gericht verhängte sieben Monate bedingte Haft sowie eine Geldstrafe. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Noch am Tag des Schuldspruchs legte Wöginger den ÖVP-Klubvorsitz zurück. Sein Nationalratsmandat behielt er.
In dem Verfahren ging es um die Besetzung eines Spitzenpostens beim Finanzamt Braunau im Jahr 2017. Der Vorwurf lautete, dass Wöginger zugunsten eines ÖVP-Bürgermeisters auf das Besetzungsverfahren Einfluss genommen habe.
Unklar ist vorerst, ob Wöginger für seine neue Aufgabe in der Bundespartei zusätzlich bezahlt wird. Die ÖVP machte dazu gegenüber der "Krone" keine Angaben. Mit dem Rücktritt als Klubobmann hatte Wöginger einen deutlichen Einkommensverlust hinnehmen müssen. Laut dem Bericht lag sein Bezug als Klubchef bei rund 16.200 Euro brutto im Monat und sank nach dem Rücktritt um rund 5.860 Euro.