Ex-ÖVP-Klubobmann August Wöginger will an der Spitze des Österreichischen Arbeitnehmerinnen- und Arbeitnehmerbundes (ÖAAB) bleiben. Der 58-Jährige stellt sich Anfang September erneut der Wahl zum Bundesobmann des ÖVP-Arbeitnehmerbunds.
Einen entsprechenden Bericht der "Oberösterreichischen Nachrichten" wurde bestätigt. Wöginger will sich am 5. September beim Bundestag des ÖAAB in Haag in Niederösterreich der Wiederwahl stellen.
Seine Funktion als ÖVP-Klubobmann hatte Wöginger Anfang Mai zurückgelegt. Vorausgegangen war seine erstinstanzliche Verurteilung im Amtsmissbrauch-Prozess.
Der ÖAAB-Bundestag hätte ursprünglich bereits im April stattfinden sollen, wurde jedoch wegen der damals laufenden Gerichtsverfahrens per Umlaufbeschluss auf den Herbst verschoben. Bei seiner letzten Wahl im Jahr 2021 war Wöginger mit 96,1 Prozent als Bundesobmann bestätigt worden.
Für die kommende Funktionsperiode setzt Wöginger teilweise auf neue Stellvertreter. Neu als Vize-Obleute vorgesehen sind die Chefin der Christgewerkschafter Romana Deckenbacher, die Vorarlbergerin Veronika Marte und der Steirer Günther Ruprecht.
Im Amt bestätigt werden sollen Christine Haberlander, Christiane Teschl-Hofmeister und Dominik Mainusch.
Die erneute Kandidatur sorgt bei der politischen Konkurrenz für scharfe Kritik. Nicole Trudenberger, Geschäftsführerin der oberösterreichischen SPÖ, spricht von einem "erschreckenden Maß an Realitätsverlust". Viele Menschen würden sich zurecht fragen, "ob Wöginger jedes Gefühl für die Bürger verloren hat".
Wer nach einer Verurteilung nicht einen Schritt zurück mache, sondern den Posten absichern wolle, "zeigt genau jene politische Selbstbedienungsmentalität, die das Vertrauen in die Politik zerstört". Wögingers erneute Kandidatur sei "ein Schlag ins Gesicht all jener Menschen, die sich von der Politik Anstand, Verantwortung und Konsequenzen erwarten", so Trudenberger.