"Lage ist ernst"

Grippe-Saison startet – doch 868.000 Dosen fehlen

Bei der Grippe-Impfung in Österreich kommt es zu Lieferproblemen. Rund 868.000 Dosen könnten erst Ende November verfügbar sein.
Newsdesk Heute
04.10.2026, 09:34
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Österreich kämpft zum Start der Grippe-Saison mit Lieferproblemen bei Impfstoffen. Rund 868.000 Dosen des Präparats Influvac könnten deutlich später als geplant eintreffen. Das Gesundheitsressort konzentriert die verfügbaren Impfstoffe nun auf besonders gefährdete Gruppen.

Eigentlich sollte die Lieferung bereits im Oktober erfolgen. Die Dosen können nun aber erst Ende November zur Verfügung stehen. Der Hersteller könne derzeit weder einen verbindlichen Liefertermin noch die bestellte Menge garantieren.

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Impftermine könnten verschoben werden

Die Verzögerungen können sich auch auf bereits vereinbarte Termine auswirken. Diese könnten verschoben werden müssen. Bei der Beschaffung habe das Gesundheitsressort allerdings auf mehrere unterschiedliche Präparate gesetzt.

Besonders gefährdete Gruppen sollen jetzt bevorzugt versorgt werden. Für Kinder zwischen zwei und 18 Jahren stehen rund 259.000 Impfdosen bereit. Für Personen ab 50 Jahren sind es etwa 538.000 Dosen.

Weitere 100.000 Dosen für Säuglinge, Schwangere und Risikopatienten befinden sich laut Bericht auf dem Weg. Die bereits verfügbaren Impfstoffe für Kinder und ältere Menschen sollen nach Angaben des Ministeriums "rasch verteilt" werden.

Probleme bei Produktion und Lieferketten

Als Ursachen für die Verzögerungen werden Schwierigkeiten bei der Produktion sowie anfällige internationale Lieferketten genannt.

Nach Angaben des Herstellers hat die Weltgesundheitsorganisation WHO für die aktuelle Saison ungewöhnlich viele Bestandteile der Impfstoffe neu festgelegt. Königsberger-Ludwig verwies zudem auf Europas Abhängigkeit von internationalen Produktions- und Lieferketten.

Grippewelle könnte früh beginnen

Die Lieferprobleme kommen zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Das nationale Referenzlabor der Medizinischen Universität Wien rechnet mit einem möglicherweise frühen Start der diesjährigen Grippe-Saison. Erste Fälle werden bereits registriert.

Impfstellen sollen deshalb nur mit jenen Dosen planen, deren Lieferung tatsächlich bestätigt wurde. Sobald weitere Lieferungen fixiert sind, sollen die Impfstellen darüber informiert werden.

Ministerium prüft rechtliche Schritte

Auch auf EU-Ebene beschäftigt man sich mit möglichen Engpässen. Dort wird beraten, ob bei Impflücken zusätzliche antivirale Medikamente bereitgestellt werden müssen.

Das österreichische Gesundheitsressort prüft zudem rechtliche Schritte gegen den Lieferanten. Dabei stehen mögliche Vertragsstrafen und Schadenersatz im Raum.

red,04.10.2026, 09:34