1,7 Millionen Dosen

Impf-Offensive – Österreich baut Gratis-Angebot aus

Österreich baut sein kostenloses Impfprogramm weiter aus. Für die kommende Grippesaison stehen knapp 1,7 Millionen Impfdosen bereit.
Newsdesk Heute
05.09.2026, 18:08
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Österreich baut sein öffentliches Impfprogramm weiter aus. Für die kommende Grippesaison können knapp 1,7 Millionen Influenza-Impfdosen bereitgestellt werden. Auch bei Gürtelrose, Pneumokokken und Covid-19 stehen große Mengen zur Verfügung.

Seit 1. September können die Influenza-Impfstoffe für die Saison 2026/27 bestellt werden. Insgesamt sind bei entsprechendem Bedarf durch die Ärzte rund 1,665 Millionen Dosen vorgesehen.

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Davon entfallen rund 259.000 Dosen auf Kinderimpfstoffe, 868.000 auf Impfstoffe für alle Altersgruppen und 538.000 auf Impfstoffe für Senioren.

Damit wächst das Angebot erneut deutlich. In der Saison 2023/24 waren insgesamt rund 1,02 Millionen Influenza-Impfdosen verfügbar, 2025/26 waren es bereits 1,481 Millionen.

Hunderttausende Gürtelrose-Impfungen

Auch das kostenlose Impfprogramm gegen Gürtelrose wird stark genutzt. Seit dem Start im Herbst 2025 wurden bis Ende August 2026 rund 642.400 Impfungen im e-Impfpass dokumentiert. Insgesamt wurden bisher knapp 900.000 Dosen für das öffentliche Programm bereitgestellt.

Bei Pneumokokken waren es bisher knapp 500.000 Dosen. Rund 291.000 Impfungen bei Erwachsenen wurden seit Beginn des Programms im Herbst 2025 im e-Impfpass erfasst.

Gesundheitsministerin Korinna Schumann (SPÖ) betont die Bedeutung des kostenlosen Angebots: "Impfen ist eine der größten medizinischen Errungenschaften. Umso wichtiger ist es, dass Impfungen auch kostenlos zur Verfügung stehen. Die Influenza Impfungen stehen seit dem Herbst 2024 kostenlos zur Verfügung. Mit der Erweiterung um kostenlose Impfungen gegen Pneumokokken und Gürtelrose ab 60 Jahren und für Risikopersonen ab 18 Jahren haben wir hier einen weiteren wichtigen Schritt gesetzt."

Und weiter: "Gesundheit darf keine Frage des Geldbörsels sein. Ein gutes Gesundheitssystem sorgt nicht nur für Behandlungen, sondern macht Vorsorge für alle Menschen tatsächlich erreichbar. Genau deshalb bauen wir die öffentlichen Impfangebote konsequent aus – damit niemand zwischen dem Schutz der eigenen Gesundheit und dem Haushaltsbudget entscheiden muss."

"Die hohe Nachfrage nach den kostenlosen Impfangeboten zeigt, dass die Menschen Prävention ernst nehmen. Ein gutes Gesundheitssystem wartet nicht, bis Menschen krank werden, sondern schützt sie rechtzeitig davor. Genau deshalb stärken wir die öffentlichen Impfprogramme und bauen sie konsequent weiter aus."

Wien bekommt 150.000 Gürtelrose-Dosen

Die Verteilung der Impfstoffe auf die Bundesländer orientiert sich annähernd an der jeweiligen Bevölkerungszahl. Seit dem Start des Programms wurden etwa für Wien rund 150.000 Gürtelrose- und 100.000 Pneumokokken-Dosen bestellt.

Niederösterreich kommt auf rund 170.000 beziehungsweise 90.000 Dosen, Oberösterreich auf 150.000 und 60.000. In der Steiermark sind es 140.000 Gürtelrose- sowie 70.000 Pneumokokken-Dosen.

Gesundheitsstaatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) erklärt: "Wir haben es geschafft, die Impfstoffe annähernd entsprechend der Bevölkerungsverteilung auf die Bundesländer zu verteilen. Denn der Wohnort darf beim Zugang zu Impfungen keinen Unterschied machen. Garantierte Bestellmengen geben den Ordinationen Planungssicherheit. Bestelllimits verhindern, dass wenige Einrichtungen den gesamten Impfstoff abrufen."

Und weiter: "Die kostenlose Impfung ist nicht an die eigene Hausarztordination gebunden. Wer dort keinen Termin bekommt, kann sich auch in einer anderen Einrichtung impfen lassen. Ein öffentliches Impfprogramm dieser Größenordnung ist nie fertig entwickelt. Wir lernen deswegen aus jeder Saison dazu. Der e-Impfshop läuft heute auf einem eigenen Server, Bestellungen können flexibler angepasst und die Impfstoffe zentral ausgeliefert werden."

Weitere Covid-Impfdosen kommen

Auch Covid-19-Impfstoff ist vorhanden. Aktuell lagern knapp 900.000 Dosen mRNA-Impfstoff gegen LP.8.1. Zusätzlich sollen noch rund 270.000 Dosen gegen XFG geliefert werden.

"Die Impfungen gegen Influenza und COVID können vor schweren Krankheitsverläufen schützen und so das Gesundheitssystem entlasten. Beide Impfungen sind vor allem vor Risikogruppen zu empfehlen", so Ärztekammer-Präsident Johannes Steinhart.

Steinhart sieht jedoch noch Verbesserungsbedarf: "Aktuell läuft das Impfprogramm noch nicht so problemlos, wie es sein sollte – Stichwort Lieferprobleme bei der Gürtelrose-Impfung. (...) Wir Ärztinnen und Ärzte brauchen stabile, zuverlässige und leicht bedienbare Versorgungswege. Wenn wir genügend Impfstoffe bekommen, dann verimpfen wir diese problemlos, effektiv und in höchster Qualität und Patientensicherheit."

40.500 Grippeimpfungen an einem Tag

Wie groß die Nachfrage sein kann, zeigt eine Zahl aus der vergangenen Saison. An einem einzigen Tag wurden 40.500 Grippeimpfungen registriert.

Peter McDonald, Vorsitzender der Konferenz der Sozialversicherungsträger, erklärt dazu: "Hinter jeder einzelnen Impfung steht die Chance, eine schwere Erkrankung und einen Spitalsaufenthalt zu vermeiden und damit kostbare gesunde Lebenszeit zu sichern. Prävention ist deshalb nicht nur für den Einzelnen wichtig, sondern auch eine Investition in ein leistungsfähiges Gesundheitssystem von morgen – ein System, das wir in dieser Qualität auch an unsere Kinder und Enkelkinder weitergeben wollen."

Technisch unterstützt wird das öffentliche Impfprogramm von der Bundesbeschaffung GmbH. Sie stellt unter anderem die Bestellplattform e-Impfshop bereit und wickelt Rahmenvereinbarungen für die Beschaffung von Impfstoffen und die dazugehörige Logistik ab.

{title && {title} } red, {title && {title} } 05.09.2026, 18:08