Krebs-Impfstoff macht Hoffnung

Moderna-Aktie explodiert – doch Experten warnen

Nach positiven Studienergebnissen zu einem mRNA-Krebsimpfstoff schießt der Moderna-Aktienkurs um 177 Prozent hoch. Analysten bleiben skeptisch.
Newsdesk Heute
24.08.2026, 11:50
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Es ist der größte Tagesanstieg für ein S&P-500-Unternehmen seit mehr als zwei Jahrzehnten: Die Moderna-Aktie ist am Mittwoch um unglaubliche 177 Prozent in die Höhe geschossen.

Der Börsenwert des Pharmaunternehmens verdreifachte sich beinahe an einem einzigen Handelstag.

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Grund für die Euphorie an der Börse: Moderna und sein Partner Merck hatten erfolgreiche Ergebnisse einer Spätphasenstudie für einen personalisierten mRNA-Impfstoff gegen Melanom, den schwarzen Hautkrebs, gemeldet.

Patienten, die den Impfstoff zusammen mit dem Medikament Keytruda erhielten, erlebten deutlich seltener einen Rückfall als jene, die nur Keytruda bekamen.

Doch nicht alle teilen die Begeisterung, wie es bei n-tv heißt. Die Analystin Daina Graybosch von Leerink Partners bremst: Sie erwartet bis 2032 lediglich Jahresumsätze im niedrigen einstelligen Milliardenbereich. Der Marktzuwachs von rund 44 Milliarden Dollar sei damit übertrieben.

Melanom ist Sonderfall

Ein Hauptgrund für die Skepsis: Der Erfolg bei Melanomen ist bei weitem kein Beweis dafür, dass der Ansatz auch bei anderen Krebsarten funktionieren wird. Jeder Tumor ist anders, und das Melanom ist für diese Therapie ungewöhnlich gut geeignet. Die Fülle an Mutationen gibt dem Impfstoff mehr Angriffspunkte.

Die Krebsarten, die Merck und Moderna als Nächstes ins Visier nehmen, sind hingegen weniger nachgiebig. Nierenkrebs hat weniger Mutationen, während Blasenkrebs eine stärker unterdrückende Tumorumgebung aufweist. Und Bauchspeicheldrüsenkrebs ist bekanntermaßen resistent gegen immunbasierte Behandlungen.

Hohe Kosten, niedrigere Margen

Auch wirtschaftlich gibt es Fragezeichen: Da jeder Impfstoff individuell für den jeweiligen Patienten hergestellt werden muss, sind die Produktionskosten hoch. Der Preis könnte bei etwa 300.000 Dollar pro Behandlung liegen. Die Gewinnmargen dürften mit 50 bis 80 Prozent deutlich niedriger ausfallen als bei herkömmlichen Medikamenten.

Für Moderna ist der Erfolg dennoch wichtig. Nach dem Einbruch des Corona-Impfstoff-Geschäfts sucht das Unternehmen nach neuen Wachstumsmöglichkeiten.

Ein erfolgreicher Krebsimpfstoff könnte dabei künftig eine zentrale Rolle spielen – wenn er sich bei mehreren Tumorarten bewährt.

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