In der Demokratischen Republik Kongo breitet sich derzeit ein Ebola-Ausbruch mit der seltenen Bundibugyo-Variante aus. Gegen diesen Virustyp gibt es bisher weder zugelassene Impfstoffe noch wirksame Medikamente. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen.
Die Lage ist ernst: Über 200 Menschen sind bereits an der Krankheit gestorben, mehr als 1.000 Verdachtsfälle wurden gemeldet. Auch das benachbarte Uganda ist betroffen. Doch es gibt Hoffnung: Mehrere Impfstoffkandidaten befinden sich in fortgeschrittener Entwicklung.
Wie spiegel.de berichtet, gelten mehrere Vakzine als besonders vielversprechend. Forschende hoffen, schon bald erste Mittel an Menschen testen zu können. Unter den führenden Kandidaten sind Impfstoffe von AstraZeneca und Moderna, die auf unterschiedlichen Technologien basieren.
Die Pharmakonzerne arbeiten unter Hochdruck. Der AstraZeneca-Impfstoff basiert auf einem Schimpansen-Adenovirus und konnte bereits in ersten Tests vielversprechende Ergebnisse liefern. Moderna setzt hingegen auf die bewährte mRNA-Technologie, die sich bereits bei den COVID-Impfstoffen als erfolgreich erwiesen hat.
Die EU und die USA haben bereits umfangreiche Hilfslieferungen in die Region geschickt. Washington kündigte zusätzliche 80 Millionen Dollar an Soforthilfe an. Der WHO-Chef Tedros Ghebreyesus besuchte persönlich die betroffene Provinz Ituri und betonte die Wichtigkeit schneller Maßnahmen.
Ärzte ohne Grenzen warnte allerdings, dass die Hilfsmaßnahmen zu langsam seien. "Noch nie zuvor wurden bei einem Ebola-Ausbruch so viele Fälle so kurz nach seiner Feststellung verzeichnet", erklärte ein MSF-Vertreter. Niemand kenne das wahre Ausmaß des Ausbruchs.
Die Situation wird durch bewaffnete Konflikte in der Region und Millionen von Vertriebenen in überfüllten Lagern erschwert. Experten hoffen, dass zumindest einer der neuen Impfstoffkandidaten bald in klinischen Studien eingesetzt werden kann, um die Ausbreitung einzudämmen.