Kurz nach Eröffnung

"Schockiert"! Touristen sorgen in Alpen für Eklat

Kaum renoviert, sorgen Besucher der Pelino-Hütte am Monte Amaro für Ärger: Der Verstoß gegen gleich zwei Regeln löst Empörung aus.
Heute Life
08.10.2026, 16:21
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Es sollte ein Neustart werden – doch nur wenige Tage nach der feierlichen Wiedereröffnung ist die Stimmung im italienischen Nationalpark Maiella gekippt. Am 1. Oktober 2026 wurde die "Pelino"-Hütte am Monte Amaro, mit 2793 Metern einer der höchsten Gipfel der Abruzzen, nach umfangreichen Arbeiten wieder für Bergsteiger geöffnet.

Rund 120.000 Euro flossen in die Sanierung. Doch schon kurz darauf erreichten die Verantwortlichen Fotos, die sie nach eigenen Angaben "wirklich sprachlos machen".

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Hund liegt im Biwak, Räder stehen am Gipfel

Auf den von der Parkverwaltung veröffentlichten Aufnahmen sind zwei Szenen zu sehen. Auf einem Foto liegt ein großer Hund im Inneren der hölzernen Schutzhütte. Ein zweites Bild zeigt mehrere Personen mit Mountainbikes direkt beim Gipfelkreuz des Monte Amaro.

Für den Nationalpark sind beide Fälle klar: Sie verstoßen gegen die geltenden Schutzbestimmungen. Mountainbikes sind in dem Gebiet verboten. Auch Hunde dürfen grundsätzlich nicht mitgeführt werden – dieses Verbot gilt ausdrücklich auch für die Schutzhütte.

Nationalpark schaltet Forstpolizei ein

Die Reaktion der Parkverwaltung fällt entsprechend deutlich aus. "Wir sind schockiert, den völligen Mangel an Respekt gegenüber den grundlegenden Regeln festzustellen, die diese Bergumgebungen schützen", schrieb der Nationalpark auf Facebook.

Die übermittelten Bilder sollen umgehend an die "Carabinieri Forestali", die zuständige italienische Forstpolizei, weitergeleitet werden. Zum Abschluss richtet die Parkverwaltung einen eindringlichen Appell an die Besucher: "Die Berge gehören allen, müssen aber von allen geschützt werden."

Warum Fahrräder und Hunde verboten sind

Unter dem Facebook-Beitrag entwickelte sich anschließend eine rege Diskussion. Viele Nutzer wollten wissen, warum die Regeln derart streng sind. Eine Erklärung verweist auf die besondere Schutzwürdigkeit des Monte Amaro: Der Gipfel liegt in der Zone A – der strengsten Schutzzone des Nationalparks. Das Ziel ist, menschliche Eingriffe in das empfindliche Ökosystem möglichst gering zu halten.

Gerade in dieser Höhenlage wachsen Pflanzen extrem langsam. Gleichzeitig ist der flache Boden besonders anfällig für Erosion. Schon das Fahrradfahren könne die empfindliche Grasnarbe beschädigen – etwa beim Bremsen oder bei nassen Bedingungen.

Auch Hunde können demnach Auswirkungen auf die Tierwelt haben. Selbst ein angeleinter und ruhiger Hund kann durch Geruch, Urin oder Kot von Wildtieren wie Gämsen als Gefahr wahrgenommen werden. Die Tiere könnten dadurch ihre Fressgebiete meiden.

Hütte soll Sicherheit im Hochgebirge bieten

Für die Verantwortlichen ist der Ärger besonders bitter, weil die Pelino-Hütte gerade erst umfassend erneuert wurde. Bei der Wiedereröffnung hatte Parkdirektor und Projektleiter Luciano Di Martino die Bedeutung des Biwaks betont. Die Hütte sei ein wichtiger Stützpunkt für die Sicherheit von Wanderern im Hochgebirge und zugleich ein Beispiel dafür, wie sich Naturschutz und nachhaltiger Tourismus verbinden lassen.

Besucher sollten dort die außergewöhnliche Artenvielfalt der Hochlagen der Maiella erleben können. Dafür brauche es allerdings auch ein Bewusstsein für die besonderen Bedingungen und Risiken des Hochgebirges.

red,08.10.2026, 16:21
Weitere Storys