Mehrere Tausend Menschen haben am Montag in Neu-Delhi gegen angebliche Manipulationen und Papierlecks bei wichtigen Aufnahmeprüfungen protestiert. Die Bewegung wird von der Cockroach Janta Party (CJP), einer studentischen Satiregruppe unter Führung des Aktivisten Abhijeet Dipke, angeführt. Bereits seit Wochen fordern die Demonstrierenden mehr Transparenz und Gerechtigkeit bei den Prüfungen.
Der Protest fand am bekannten Versammlungsort Jantar Mantar statt, wo sich nach Angaben der Organisatoren deutlich mehr Menschen versammelten, als das Gelände eigentlich zulässt. Die Polizei sperrte die Zufahrten mit Barrikaden ab, um die Menge zu kontrollieren. Viele Teilnehmer schwenkten indische Flaggen, riefen Slogans und forderten unter anderem den Rücktritt des zuständigen Bildungsministers.
Wie bbc.com berichtet, war die Stimmung trotz großer Polizeipräsenz überwiegend friedlich. Dennoch kam es nach Angaben der CJP zu Zusammenstößen: Mehrere Demonstranten gaben an, von der Polizei mit Schlagstöcken verletzt worden zu sein und mussten medizinisch versorgt werden. Die Polizei wies den Einsatz von Gewalt zurück.
Der ungewöhnliche Name der Cockroach Janta Party geht auf eine Äußerung des Obersten Richters Indiens zurück, der arbeitslose Jugendliche mit Kakerlaken verglichen hatte. CJP-Gründer Dipke machte daraus ein Symbol für Durchhaltevermögen und Widerstand. Aus einer satirischen Social-Media-Kampagne wurde so eine landesweite Protestbewegung, die besonders bei jungen Menschen Anklang findet.
Neben den CJP-Mitgliedern beteiligten sich auch zahlreiche andere Studierendenorganisationen, darunter die All India Students’ Association (AISA). Drei ihrer Mitglieder beendeten nach 23 Tagen ihren Hungerstreik, nachdem sie von prominenten Persönlichkeiten und Familienangehörigen dazu gedrängt wurden. Abhijeet Dipke selbst beendete seinen Hungerstreik nach Gesprächen mit Betroffenen von Suiziden im Umfeld der Prüfungen.
Die Protestierenden forderten von der Regierung klare Antworten und Konsequenzen im Umgang mit dem Prüfungs-Skandal. Während Premierminister Narendra Modi zu Beginn der Parlamentssitzung das Thema nicht ansprach, wurde im Parlament über andere nationale Fragen debattiert. Oppositionspolitiker und bekannte Persönlichkeiten aus Film und Gesellschaft solidarisierten sich mit den Demonstrierenden.
Die Organisatoren riefen immer wieder zur Gewaltlosigkeit auf. Dennoch kam es zu einzelnen Rangeleien, als kleinere Gruppen versuchten, an den Polizeibarrikaden vorbeizukommen. Viele Demonstranten harrten friedlich aus und warteten auf eine Reaktion der Regierung. Gespräche mit dem Gesundheitsminister wurden aufgenommen, bislang blieben die Forderungen jedoch unerfüllt.