Skurriler Fall

Polizeikommandant muss für Tischgebete Strafe zahlen

Ein Polizeikommandant aus dem Innviertel bat seine Kollegen während der Dienstzeit zum Tischgebet. Jetzt muss er 6.000 Euro Strafe zahlen.
15.10.2026, 09:20
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Beten kann teuer werden - zumindest für einen Polizeikommandanten aus Oberösterreich. Der leitende Beamte hatte laut "Kronen Zeitung" auf seinem Posten im Innviertel während der Dienstzeit zu gemeinsamen Tischgebeten eingeladen. Das sorgte für Beschwerden und beschäftigte schließlich die Bundesdisziplinarkommission. Für den Kommandanten hat die Angelegenheit nun teure Folgen.

Tischgebete am Polizeiposten sorgen für Ärger

Der Inspektionskommandant soll laut der Tageszeitung seine religiösen Überzeugungen auch im Dienst deutlich zum Ausdruck gebracht haben. Unter anderem lud er seine Kollegen während der Arbeitszeit zu Tischgebeten ein.

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Ob die Polizisten dabei tatsächlich zum Mitbeten verpflichtet wurden, ist nicht bekannt. Fest steht allerdings, dass es wegen der Vorgänge offizielle Beschwerden gab.

Die gemeinsamen Gebete waren zudem nicht der einzige Kritikpunkt an der Personalführung des Kommandanten. Welche weiteren Vorwürfe konkret erhoben wurden, geht aus den vorliegenden Informationen nicht hervor, berichtet die "Krone".

Disziplinarkommission verhängt hohe Geldbuße

Am Dienstag musste sich der leitende Polizist vor der Bundesdisziplinarkommission in Weyregg am Attersee verantworten. Der zuständige Senat kam zu dem Ergebnis, dass die erhobenen Vorwürfe berechtigt waren.

Die Konsequenz: Der Polizeikommandant muss eine Geldbuße von 6.000 Euro bezahlen. Die Strafe betrifft damit nicht bloß das gemeinsame Beten, sondern die beanstandete Personalführung insgesamt, heißt es in dem Bericht.

Auch sein Posten als Kommandant steht infrage

Mit der Geldbuße ist der Fall für den Beamten noch nicht endgültig abgeschlossen. Denn neben den finanziellen Konsequenzen steht auch seine berufliche Zukunft als Inspektionskommandant zur Diskussion.

Ob er seine bisherige Führungsfunktion weiterhin ausüben darf, muss noch auf oberster Ebene bei der Polizei in Oberösterreich entschieden werden. Eine entsprechende Entscheidung steht derzeit aus, schreibt die "Krone".

Feierabendbier kostete Polizisten 6.000 Euro

Es ist nicht der einzige ungewöhnliche Disziplinarfall, der zuletzt in Oberösterreich für Aufmerksamkeit gesorgt hat. Erst kürzlich wurde ein Polizist aus dem Hausruckviertel ebenfalls zu einer Geldbuße von 6.000 Euro verurteilt.

In seinem Fall ging es laut "Kronen Zeitung" allerdings nicht um religiöse Rituale, sondern um ein Bier, das er bereits vor dem Ende seiner Dienstzeit getrunken haben soll. Auch deshalb war eine Anzeige erfolgt.

Rund 150 Verdachtsfälle pro Jahr

Disziplinarverfahren gegen Polizisten sind österreichweit keine Seltenheit. Pro Jahr werden bundesweit rund 150 mutmaßliche Dienstrechtsverletzungen gemeldet. In etwa 120 Fällen wird tatsächlich ein Verfahren eingeleitet, so die "Krone".

Diese Zahlen sind laut den vorliegenden Angaben seit einiger Zeit weitgehend stabil. Für den Kommandanten aus dem Innviertel bleibt nach der 6.000-Euro-Geldbuße vorerst eine entscheidende Frage offen: Darf er seinen Polizeiposten auch künftig leiten?

wil, 15.10.2026, 09:20
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