Ein lauter Knall mitten im Park, dazu vermummte Jugendliche auf E-Scootern: Im Linzer Bellevuepark zwischen Bindermichl und Spallerhof ist es laut Anrainern seit Wochen mit der Ruhe vorbei. Immer wieder sollen dort gefährliche Feuerwerkskörper gezündet werden. Die Beschwerden haben inzwischen auch die Polizei erreicht.
Was eigentlich ein Ort zum Spazierengehen und Erholen sein sollte, sorgt bei manchen Bewohnern mittlerweile für ein ungutes Gefühl. Anrainer berichten von einer Gruppe Jugendlicher, die im Bellevuepark regelmäßig verbotene Böller und sogar Kugelbomben zünden soll – das berichtet die "Kronen Zeitung".
Die lauten Explosionen würden Parkbesucher erschrecken und für Verunsicherung im Viertel sorgen. Doch damit nicht genug: Laut den Beschwerden sollen auch vermummte Jugendliche mit E-Scootern durch die Gegend fahren und andere Parkbesucher bedrängen.
Im Viertel hat die Gruppe bereits einen Namen bekommen: "Böllerbande". Einige Bewohner fühlen sich durch die geschilderten Vorfälle inzwischen deutlich in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt, berichtet die Tageszeitung.
Die Beschwerden sind mittlerweile bei der Polizei angekommen. Laut dem Linzer FPÖ-Sicherheitsstadtrat Michael Raml werden im betroffenen Gebiet bereits Schwerpunktkontrollen durchgeführt. Für den Politiker ist die Situation nicht länger hinnehmbar.
"Es kann nicht sein, dass eine Gruppe von Jugendlichen ein ganzes Stadtviertel terrorisiert und die Bewohner Angst haben müssen, vor die eigene Haustüre zu gehen", kritisiert Raml in der "Krone". Er fordert deshalb, dass Linz zusätzliche Polizeikräfte bekommt.
Der Sicherheitsstadtrat will aber nicht nur mehr Polizeipräsenz. Er spricht sich auch erneut dafür aus, die Strafmündigkeit in Österreich zu senken. Hintergrund ist, dass Kinder unter 14 Jahren nach geltendem Recht strafunmündig sind.
Ob sich unter den mutmaßlichen Beteiligten im Bellevuepark tatsächlich Unter-14-Jährige befinden, geht aus den vorliegenden Angaben nicht hervor. Raml sieht dennoch Handlungsbedarf:
"Sollten unter den Tätern auch Jugendliche unter 14 Jahren sein, könnten diese aufgrund der geltenden Strafunmündigkeit strafrechtlich nicht zur Verantwortung gezogen werden. Wer Menschen verletzt, bedroht und mit gefährlichen Sprengkörpern hantiert, muss unabhängig vom Alter mit spürbaren Konsequenzen rechnen", sagt er der "Krone".
Während der FPÖ-Stadtrat schärfere Maßnahmen verlangt, laufen die polizeilichen Schwerpunktkontrollen im Bellevuepark bereits.
Ob die Vorwürfe gegen die Jugendlichen bestätigt werden können und wer hinter den gemeldeten Vorfällen steckt, ist derzeit offen.
Für die betroffenen Anrainer steht vor allem eines im Vordergrund: Sie wollen den Park wieder ohne Angst vor plötzlichen Explosionen und Belästigungen nutzen können.