Vier Tote und 17 Verletzte bei IS-Terror in Wien

Innenminister Karl Nehammer gab Dienstagfrüh die bisher bekannten Details zum Anschlag in Wien bekannt. Unklar ist, ob es weitere Täter gibt.

"Mein Gedanken sind in diesen schweren Stunden bei den Opfern und Angehörigen", so Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) bei einer Pressekonferenz am Dienstagmorgen zu dem Anschlag in Wien. Der Anschlag gehe auf "mindestens einen islamistischen Terroristen" zurück und es sei ein Terrorakt, den Wien "seit Jahrzehnten nicht mehr erleben musste". Es sei ein "Versuch, unsere demokratische Gesellschaft zu schwächen oder auseinanderzubringen".

Derzeit müsse man drei Tote beklagen, zwei Männer und eine Frau, 15 weitere Menschen seien verletzt worden, darunter auch ein Polizeibeamter, der schwer verletzt wurde. (Die Zahl der Toten wurde am frühen Vormittag auf vier korrigiert, die Zahl der Verletzten auf 17, Anm.) Der Täter sei mit einer Sprengstoffgürtel-Attrappe und einem Sturmgewehr schwer bewaffnet gewesen und war Sympathisant der Terrormiliz IS, so Nehammer. Er sei ausgeforscht worden, aktuell würden im Umfeld des Täters Polizeiaktionen durchgeführt.

"Erstens, wenn möglich, bleiben Sie daheim, wenn Sie nicht aus beruflichen Gründen oder sonst die Wohnung verlassen müssen. Meiden Sie die Innenstadt. Es herrscht heute keine Schulpflicht", so der Innenminister. Soldaten übernahmen in der Nacht in Wien den Objektschutz, Polizisten fahndeten nach möglichen Mittätern und führten Hausdurchsuchungen durch. Auch die Wohnung des Täters wurde aufgesprengt und durchsucht.

"Terror und Gewalt haben definitiv in unserer Gesellschaft keine Chance und keinen Platz", so Nehammer. 20.000 Videos wurden bisher als Beweismaterials gesichert, ein 35-köpfiges Ermittlerteam hat bereits 20 Prozent gesichtet. Spezialkräfte sind seit Stunden im Einsatz, Details zu den Aktionen werden aus ermittlungstaktischen Gründen nicht bekannt gegeben. Was die Polizei beschäftigt: Die Auffindungssituation der Toten und Verletzten schließe weitere Täter nicht aus. 

Sieben Polizisten hatten in der Nacht Schüsse auf den Täter abgegegen. Seine Leiche liegt laut Polizei noch immer bei der Ruprechtskirche im 1. Bezirk, wo weiter die Spurensicherung läuft.

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