Ein angeblicher Diebstahl im Ausland entpuppte sich als Teil einer grenzüberschreitenden Betrugsserie: Zwei Männer sollen mehrere Campingmobile angemietet und verschwinden lassen haben.
Den ersten Fall brachte ein Verantwortlicher einer Villacher Firma ins Rollen. Am 22. Oktober 2025 meldete er den Diebstahl eines verliehenen Campingmobils. Der Mieter, ein 54-jähriger bulgarischer Staatsangehöriger, gab an, das Fahrzeug sei in der Nähe von Udine gestohlen worden. Auffällig: Eine Anzeige bei den örtlichen Behörden wurde nie erstattet.
Monate später, am 30. Jänner 2026, tauchte ein ähnlicher Fall auf. Eine Firma in Wiener Neudorf zeigte ebenfalls den angeblichen Diebstahl eines Campingmobils an. Wieder meldete ein Mieter den Vorfall telefonisch aus dem Ausland und schickte den Fahrzeugschlüssel per Post zurück. Doch die Ermittlungen zeichneten ein anderes Bild: Das Fahrzeug war direkt nach der Anmietung nach Sofia gebracht und dort genutzt worden.
Durch intensive Nachforschungen des Kriminaldienstes des Stadtpolizeikommandos Villach – unter anderem durch Datenabgleiche und internationale Zusammenarbeit – konnten ein 54-Jähriger sowie ein 35-jähriger bulgarischer Staatsangehöriger als Beschuldigte ausgeforscht werden. Zudem stellten die Ermittler einen Zusammenhang zwischen den Fällen her. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Klagenfurt wurden Festnahmeanordnungen sowie europäische Haftbefehle erlassen.
Die Festnahmen folgten im März: Der 54-Jährige wurde am 24.03.2026 in Sofia gefasst, der 35-Jährige zwei Tage später, am 26.03.2026, in Friaul. Beide sitzen derzeit in Auslieferungshaft.
Der entstandene Schaden liegt im sechsstelligen Bereich. Zudem ergaben die Ermittlungen, dass die beiden Beschuldigten im Februar 2026 in Deutschland zumindest einen weiteren ähnlich gelagerten Fall begangen haben sollen.