Brutal niedergeschlagen, ausgeraubt und bewusstlos in seiner Wohnung liegen gelassen – die Nacht vom 11. August 2024 war für den Besitzer des beliebten "Kollerwirtes" in St. Veit/Glan ein echter Albtraum.
Für Tom Soete steht fest: "Ich hätte tot sein können." Gegenüber der "Kleinen Zeitung" schildern er und sein Anwalt die Erlebnisse jener folgenschweren Nacht. Dem Wirt zufolge habe er "ein bisschen Glück im Unglück" gehabt.
Demnach habe er sich in seiner Wohnung über dem Lokal aufgehalten, als er durch Geräusche geweckt wurde. Plötzlich standen ihm zwei maskierte Männer gegenüber – einer hatte eine Brechstange, der andere war mit einem Vorschlaghammer bewaffnet. Die Männer hätten ihre Intention sofort klargemacht. "Money and gold", sollen sie gebrüllt haben.
Dann ging alles ganz schnell: Der eine Räuber hob den Hammer und schlug mehrmals auf Soete ein, bis dieser bewusstlos zu Boden sank. Danach sollen die Männer 25.000 Euro erbeutet haben, sogar einen ganzen Tresor sollen sie mitgenommen haben.
Der Anwalt des Wirts ist sich sicher: Die Räuber hätten den Tagesablauf seines Mandanten gekannt. Sie hätten genau gewusst, dass bei dem Gastronomen viel zu holen ist, auch wo die Tageslosung des Gasthauses aufbewahrt wird, sei ihnen klar gewesen. Der Anwalt mutmaßt, dass die Räuber davon ausgegangen waren, dass Soete in jener Nacht nicht zu Hause sei.
Die Spurensuche gestaltete sich für die Ermittler jedenfalls schwierig. Die Räuber trugen Handschuhe, lediglich nahe der Leiter, mit der die Männer in die Wohnung des Wirts gelangten, wurde eine kleine DNA-Spur entdeckt.
Diese führte schlussendlich zu einem der beiden Verdächtigen. Bei ihm handelt es sich um einen 27-jährigen Rumänen, der bereits erkennungsdienstlich erfasst wurde. Ganze fünf Monate nach der Tat klickten für den Mann in Belgien die Handschellen. Der Mann habe die Tat bereits gestanden und belastet seinen mutmaßlichen Komplizen schwer.
Bei diesem handelt es sich um einen weiteren Rumänen – 36 Jahre alt. Er wurde kurz nach der ersten Festnahme ausgeforscht und bestreitet seine Beteiligung. Demnach kenne er den 27-Jährigen nur flüchtig von einer Schlägerei. Er vermute eine "Racheaktion" seines Landsmannes. Zum Tatzeitpunkt habe er sich angeblich in der Ukraine aufgehalten. Ein Stempel in seinem Pass soll dies beweisen.
Die beiden Männer sollen sich am Mittwoch vor dem Klagenfurter Landesgericht verantworten. Seitens der Staatsanwaltschaft wird ihnen das Verbrechen des schweren Raubes zur Last gelegt – es gilt die Unschuldsvermutung.
Und wie geht es dem Opfer heute? Soete sei durch den Angriff "schwer traumatisiert", sagt sein Anwalt zur "Kleinen". Der Wirt habe sich nach seiner Entlassung aus dem Spital allerdings sofort wieder in die Arbeit gestürzt. Nun wünsche er sich, dass der Prozess für Gerechtigkeit sorgt.