Wien-Favoriten machte seinem Ruf als besonders schillernder Bezirk am Donnerstag wieder einmal alle Ehre. Ein Parkplatzstreit löste eine wahre Kette von skurrilen Auszuckern und Anzeigen rund um einen aggressiven Bodybuilder, dessen Freundin und einen weiteren Autofahrer aus. Am Ende der Saga durfte sich der 26-jährige Muskelprotz über eine ganze Liste von Verwaltungs- und Strafanzeigen "freuen".
Wien-Favoriten machte seinem Ruf als besonders schillernder Bezirk am Donnerstag wieder einmal alle Ehre. Ein Parkplatzstreit löste eine wahre Kette von skurrilen Auszuckern und Anzeigen rund um einen aggressiven Bodybuilder, dessen Freundin und einen weiteren Autofahrer aus. Am Ende der Saga durfte sich der 26-jährige Muskelprotz über eine ganze Liste von Verwaltungs- und Strafanzeigen "freuen".
Das Wut-Epos nahm seinen Anfang laut Polizeisprecher Christoph Pölzl in einem Streit um einen Parkplatz auf der Raaber-Bahn-Straße unweit des Keplerplatzes. Ein 26-jähriger Bodybuilder geriet derart in Rage, dass er ausstieg und begann, das Auto seines Kontrahenten - der sich aus Angst im Fahrzeug eingeschlossen hatte - zu malträtieren. Seinen Widersacher bedrohte der 26-Jährige dabei mehrmals lauthals mit dem Umbringen während er dessen Auto beschädigte.
Polizei ging dazwischen, wurde auch angepöbelt
Das wüste Spektakel rief eine Fußstreife der Polizei auf den Plan. Die Beamten gingen dazwischen und versuchten den Randalierenden zu beruhigen, was ihnen nur teilweise gelang. Er bespuckte einen Polizisten und beschimpfte und bedrohte die Ordnungshüter. Aufgrund dieser Aggressivität funkten die Beamten um Unterstützung. Innerhalb kurzer Zeit kamen ihnen ein Dutzend Kollegen, die sich in der Nähe aufhielten, zu Hilfe.
Übermacht zügelte Übermut
Die zahlenmäßige Übermacht sowie die Anwesenheit seiner Freundin führte dazu, dass der Muskelprotz sich zügelte und die Beamten gemeinsam mit seinem Kontrahenten zur nahegelegenen Polizeiinspektion Keplerplatz begleitete. Weil sich beide Beteiligte verdächtig verhielten, führte ein Amtsarzt einen Drogentest durch.
Dabei stellte sich heraus, dass beide Streithähne aufgrund von Drogeneinfluss nicht fahrtüchtig waren. Ob es sich dabei um Medikamente oder illegale Substanzen handelte, ist laut Polizeisprecher noch unklar. Beiden wurde der Führerschein abgenommen.
Drogenspürhund im Einsatz
Zu diesem Zeitpunkt begann die Freundin des Bodybuilders, die ihn zur Inspektion begleitet hatte, immer nervöser zu werden. Sie bestand darauf, dass sie zum Auto zurück müsse. Die Beamten begleiteten die junge Frau daraufhin zum Fahrzeug zurück und nahmen einen Drogenspürhund mit. Dieser fand im Fahrzeug des Paares eine kleine Tüte Marihuana sowie ein laut Pölzl "verdächtiges weißes Pulver", das derzeit noch untersucht wird.
Viele Anzeigen, keine Einsicht
Der 26-jährige Bodybuilder sammelte so innerhalb kurzer Zeit eine ganze Liste an Anzeigen, unter anderem wegen Sachbeschädigung, versuchter Körperverletzung, unerlaubten Drogenbesitzes und Lärmbelästigung. Gelernt hat er aus der Erfahrung allerdings nichts, wie er wenig später bewies. Während er vor der Polizeiinspektion auf einen Freund wartete, der ihn abholen sollte, geriet er offenbar erneut in Rage über das Vorgefallene.
"Er hat vor der Polizeiinspektion herumgespuckt und geschrien", schilderte Polizeisprecher Pölzl gegenüber "heute.at". Damit war es dann mit Engelsgeduld der Exekutivbeamten vorbei. Als die Polizisten ins Freie gingen, um dem Störenfried eine Übernachtung in einer Zelle zu verschaffen, nahm dieser mit seinem inzwischen eingetroffenen Kumpan Reißaus. Die beiden rannten zum Auto des Randalierers und türmten damit. Die Polizisten beließen es daraufhin bei der Anzeigenflut auf freiem Fuß.