Der Fund einer Drohne mit einer mutmaßlichen Sprengvorrichtung am Flughafen Leipzig passt laut Sicherheitsexperte Nico Lange "ins Schema der russischen hybriden Angriffe gegen Deutschland". Es sei "sehr wahrscheinlich, dass das ein solcher hybrider Angriff war", sagte Lange am Mittwoch beim Fernsehsender Phoenix.
In der Nacht auf Mittwoch wurde am Vorfeld des Flughafens Leipzig/Halle eine Drohne entdeckt. Laut "Bild"-Zeitung war an der Drohne eine unbekannte Masse angebracht, die als sprengfähiges Material identifiziert wurde. Bei Röntgenaufnahmen fand man laut Zeitung einen Zünder, der aber defekt war. Zu einer Explosion kam es nicht.
Der Flugverkehr wurde vorübergehend eingestellt, mehrere Flugzeuge mussten umgeleitet werden. Eines der Flugzeuge kollidierte in der Nähe des Flughafens mit einem weiteren Flugobjekt.
Bei hybriden Angriffen sei es "in der Natur der Sache, dass man sich nicht auf den Standpunkt stellen kann: Da muss jetzt erstmal alles sozusagen gerichtsfest bewiesen werden, von wem das kommt", sagte Lange. Der Gründer und Direktor des Instituts für Risikoanalysen und Internationale Sicherheit ergänzte: "Das passt ins Schema der russischen hybriden Angriffe gegen Deutschland."
Deutschland habe bisher zu wenig Möglichkeiten, um Drohnen zuverlässig zu erkennen und nachzuverfolgen. "Und wir wehren uns nicht im hybriden Krieg gegen Russland. Es hat also für Russland keine Folgen, wenn es solche Dinge tut."
Um Drohnen erkennen und klassifizieren zu können, brauche es elektrooptische und akustische Sensoren, so der Verteidigungsexperte. Außerdem brauche es Maßnahmen, um Russland für solche hybriden Angriffe zu bestrafen. Seit Jahren gebe es solche Attacken. "Dazu gehören Drohnen, Überfälle, Sabotage, Brandstiftung, sogar Morde gab es zum Beispiel im Berliner Tiergarten." Diese Angriffe bewegen sich immer unterhalb der Schwelle eines klassischen Krieges. Solange Deutschland nicht entschlossen reagiere, seien wichtige Infrastrukturen wie Flughäfen gefährdet.