Der Großeinsatz begann kurz vor Mitternacht. Auf dem Vorfeld des Flughafens Leipzig/Halle wurde eine Drohne entdeckt, die sich in unmittelbarer Nähe einer ukrainischen Antonow AN-124 befand.
Nach Informationen aus Sicherheitskreisen war an der Drohne ein Paket mit einer sprengfähigen Substanz und einem Zünder befestigt. Röntgenaufnahmen sollen ergeben haben, dass der Zünder defekt war. Zu einer Explosion kam es deshalb nicht.
Sprengstoffexperten der Bundespolizei rückten gemeinsam mit der Kriminalpolizei Sachsen und der Flughafenfeuerwehr an. Mithilfe eines ferngesteuerten Roboters wurde der verdächtige Gegenstand gesichert und für weitere Untersuchungen in einen Spezialbehälter gebracht.
Wegen des sicherheitsrelevanten Vorfalls wurde der Flugbetrieb auf dem wichtigen Frachtflughafen vorübergehend vollständig eingestellt. Mehrere Fracht- und Passagiermaschinen mussten auf andere Flughäfen ausweichen.
Erst gegen 1.55 Uhr konnte der Betrieb wieder aufgenommen werden. Zunächst stand jedoch nur eine Start- und Landebahn zur Verfügung, während auf der zweiten weiter nach möglichen Spuren gesucht wurde.
Während der Sperre kam es zu einem weiteren Zwischenfall. Eine Frachtmaschine, die wegen des Drohnenfundes nicht in Leipzig landen konnte und durchstarten musste, kollidierte wenige Kilometer vom Flughafen entfernt in rund 400 Metern Höhe mit einem bislang unbekannten Flugobjekt.
Die Maschine setzte ihren Flug fort und landete vorsorglich in Hannover. Dort wurden leichte Schäden im Frontbereich festgestellt.
Ob beide Vorfälle miteinander zusammenhängen, ist derzeit noch unklar. Die Polizei in Niedersachsen stufte den Zusammenstoß der Frachtmaschine als Staatsschutzdelikt ein. Ein möglicher Sabotageanschlag wird nach Angaben der Ermittler nicht ausgeschlossen.
Die Ermittlungen führen nun gemeinsam die Polizeibehörden in Sachsen und Niedersachsen. Auch die Bundespolizei ist in die Untersuchungen eingebunden. Nach Angaben der Gewerkschaft der Polizei habe die moderne Drohnenabwehr am Flughafen funktioniert. Vollständig verhindern lasse sich ein Angriff mit Drohnen allerdings nicht.