Duffy meldete sich nach einem Jahrzehnt der Abwesenheit im Februar in die Öffentlichkeit zurück. Der Grund für ihr Verschwinden aus dem Rampenlicht: Sie wurde entführt, vergewaltigt, wochenlang unter Drogen gesetzt und gefangen gehalten. Jetzt sei die Zeit reif, über ihre traumatischen Erlebnisse zu reden, um sich davon zu befreien, erklärte die Sängerin.
In der Nacht auf Montag postete die Waliserin einen seitenlangen Text, in dem sie über das Trauma berichtet. Aber auch über die Bemühung, es zu überwinden.
Sie hätte jahrelang nicht über die Erlebnisse sprechen können, hätte davon geträumt, ihren Namen zu ändern und unterzutauchen, schildert sie die emotionalen Qualen des vergangenen Jahrzehnts. "Was schwer zu erklären ist, ist, dass durch das Verstecken, dass Nicht-Reden, die Vergewaltigung ein ständiger Begleiter wurde", so Duffy. Ein Jahrzehnt dieser "Intimität" mit dem Vorfall sei zerstörerisch gewesen. Sie hätte sich befreien müssen.
"Es war mein Geburtstag, ich wurde in einem Restaurant unter Drogen gesetzt, war vier Wochen unter Drogen und reiste in ein fremdes Land", schildert die inzwischen 35-Jährige. "Ich kann mich nicht daran erinnern, wie ich ins Flugzeug kam und bekam erst wieder etwas mit, als ich im Fonds eines fahrenden Wagens saß. Ich wurde in ein Hotelzimmer gebracht, in das der Täter kam, um mich zu vergewaltigen."
Er hätte ihr zwischen den Zeilen zu verstehen gegeben, dass er sie umbringen wolle. Duffy dachte daran, zu flüchten, fürchtete aber um ihr Leben. "Ich habe keine Ahnung, wie ich die Kraft fand, diese Tage durchzustehen." Die Sängerin wurde schlussendlich zurück nach Großbritannien geflogen, wo der Mann sie vier weitere Wochen in ihrem Haus unter Drogen setzte. "Ich weiß nicht, ob er mich dann auch noch vergewaltigt hat."
Duffy ging nicht zur Polizei. Sie fürchtete um ihr Leben, dass der Mann zurückkommen und sie umbringen könnte. "Die Vergewaltigung hat mir meine Menschenrechte genommen, hat mir die Möglichkeit genommen, mein Leben ohne Angst zu leben." Die Vorkommnisse hätten ihr ein Drittel ihres Lebens geraubt.
"Ich teile das, weil wir in einer schmerzenden Welt leben und ich mich nicht mehr schäme, dass mich etwas so tief verletzt hat", erklärt Duffy ihre Beweggründe. "Wie dunkel meine Geschichte auch ist, ich spreche aus meinem Herzen, für mein Leben und das Leben von anderen, die das selbe durchgemacht haben."
Im März veröffentlichte Duffy einen neuen Song "Something Beautiful". "Das ist etwas, was ihr im Radio in diesen schwierigen Zeiten spielen könnt, wenn es euch gefällt, natürlich." Sie hätte nicht vor, den Song als Single herauszubringen. "Ich habe nur gedacht, eine Kleinigkeit für die Leute zuhause in der Isolation wäre nett."