Smartphones begleiten uns durch den Alltag: Einkaufszettel, Online-Shopping, Videoanrufe - die Liste an Funktionen ist endlos. Doch genau das wird vielen zu viel. Die Algorithmen in Apps haben uns darauf trainiert, ständig aufs Display zu schauen. Wer das nicht tut, hat das Gefühl, etwas zu verpassen.
Deshalb wächst jetzt ein Gegentrend: Sogenannte Dumbphones, also bewusst einfach gehaltene Handys ohne Schnickschnack, erleben einen Aufschwung. Seit Mitte 2024 steigt das Interesse an den simplen Geräten konstant an - und Anfang 2026 hat die Nachfrage einen neuen Höhepunkt erreicht.
Wie chip.de berichtet, punkten die schlichten Handys mit klaren Stärken gegenüber modernen Smartphones: Sie bieten keinen oder nur eingeschränkten Zugang zum Internet, haben keine Apps, die für Ablenkung sorgen, und überzeugen mit langer Akkulaufzeit sowie robuster Bauweise.
Die Auswahl an Gerätetypen ist dabei durchaus vielfältig. Es gibt die einst beliebten Klapphandys, Modelle mit vollwertiger QWERTY-Tastatur und den klassischen "Knochen". Haptische Tasten zur Bedienung und die Unabhängigkeit von ständigen Updates gehören ebenfalls zu den Vorteilen.
Allerdings ist der Markt für solche Handys längst nicht mehr so groß wie früher. Die Auswahl bei Form, Farbe und Funktionalität ist daher begrenzt. Auch die verbauten Kameras können mit modernen Smartphones nicht mithalten - wer im Urlaub also einen digitalen Detox machen will, muss eine extra Kamera einpacken.
Ganz von der Außenwelt abgeschnitten will dann aber doch kaum jemand sein. Laut Google Trends gehört "dumbphone whatsapp" zu den meistgesuchten Begriffen in diesem Zusammenhang. Offenbar wünschen sich viele ein einfaches Handy, mit dem sie trotzdem noch Nachrichten verschicken können.
Auch in Österreich beschäftigt das Thema Bildschirmzeit und Smartphone-Abhängigkeit immer mehr Menschen. Gerade bei Jugendlichen zeigen Versuche mit längerem Handyentzug erstaunliche Ergebnisse und machen deutlich, unter welchem Druck junge Leute durch die ständige Erreichbarkeit stehen.
Trotz des wachsenden Interesses dürfte das Dumbphone aber kein Massenprodukt werden. Moderne Smartphones bieten schlicht zu viele nützliche Funktionen - und ohne sie ist man oft von der gesellschaftlichen Teilhabe ausgeschlossen. Umso wichtiger ist es, den eigenen Umgang mit dem Handy bewusst zu gestalten, statt komplett darauf zu verzichten.