Düringers Mitstreiter muss ins Gefängnis

Der Finanzreferent von Roland Düringers Liste "G!LT" soll viel Geld abgezweigt haben. Die Richterin hielt ihn für schuldig und verurteilte ihn zu einer Haftstrafe.

20.000 Euro soll der Finanzreferent der Liste "G!LT!", die bei der Nationalratswahl 2017 mit Spitzenkandidat Roland Düringer antrat, aus der Kassa abgezweigt haben. "Heute.at" berichtete hier.

Besonders brisant: Der Angeklagte machte das nicht zum ersten Mal. Bei seinem vorigen Job als Finanzreferent der NEOS soll er ebenfalls Geld (62.000 Euro) abgezweigt haben. Dafür wurde er bereits zu 18 Monaten bedingter Haft verurteilt.

Listengründer und Kabarettist Roland Düringer wurde als Zeuge zum Prozess geladen. Laut Anklage soll der 33-jährige Beschuldigte ein Viertel des Budgets, rund 20.000 Euro, in die eigene Tasche gesteckt haben.

Wahlerfolg als Problem

Sein Antreten bei der Nationalratswahl bezeichnete Düringer vor Gericht als "Kunstprojekt". Er wäre nie auf die Idee gekommen, eine Partei zu gründen. Und: "Wenn das Wunder geschehen wäre und wir die vier-Prozent-Hürde geschafft hätten, wäre das ein unheimliches Problem für uns gewesen."

Der Finanzreferent sei anfangs "fast zu engagiert" gewesen. Er habe die Listen-Chefs jede Woche auf den neuesten Stand gebracht. Aber: "Gegen Ende hin war kein Geld mehr da. Das hätten wir gebraucht um im Wahlkampf noch einmal Gas zu geben."

Haftstrafe

Beim Prozess am Dienstag am Wiener Landesgericht für Strafsachen wirkte der Angeklagte reumütig. Richterin Claudia Bandion-Ortner sagte er, dass er Schulden habe. Zudem habe er bei Düringers Liste ehrenamtlich gearbeitet.

Das - nicht rechtskräftige - Urteil am Dienstag lautete: 15 Monate Haft, davon fünf unbedingt. Plus eine Rückzahlung von 15.560 Euro an Roland Düringer, der das verschwundene Geld damals aus eigener Tasche ausglich.

Bunter Hund

Politisch scheint der Finanzreferent wandelbar zu sein: Vor der Liste "G!LT" arbeitete er wie gesagt bei den NEOS. Zuvor war er bei den Grünen in Niederösterreich tätig und auch schon mal Gemeinderat für die SPÖ. Von Düringers "Kunstprojekt" zur Nationalratswahl sei er dennoch überzeugt gewesen, deshalb habe er sich freiwillig gemeldet.

Umschulung

Sein Leben will der Beschuldigte nun jedenfalls umkrempeln. Der 33-Jährige lebt in einer Wohngemeinschaft, sucht einen Job und wird psychologisch betreut. Durch eine Umschulung beim AMS will er weg aus dem Finanzbereich.

"Eher in Richtung Verkauf", verriet er. Das befürwortete auch Richterin Bandion-Ortner: "Der Finanzbereich ist für Sie vielleicht nicht so geeignet." (red)

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Maria Theresia von ÖsterreichGood NewsPolitikProzessRoland Düringer

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