Düringers Spitzenkandidat verbreitet Antisemitismus

Die Listenplätze von Roland Düringers Spaßpartei "Meine Stimme gilt" wurden durch das Los bestimmt. Der Kandidat auf Platz 1 verbreitet im Netz eine antisemitische Hetzschrift.
Mit seiner Partei "Meine Stimme gilt" (kurz: "Gilt") hat Schauspieler und Kabarettist Roland Düringer ein Politik- und Kunstprojekt gestartet, um Ungültig- oder Nichtwählern "eine gültige Stimme zu geben", wie er selbst sagt.

Ein Parteiprogramm gibt es nicht, die Kandidaten auf seiner Liste sind sämtlich Politneulinge, ihr Listenplatz wurde durch das Los bestimmt. Ausgerechnet beim Spitzenkandidaten Günther Lassi, einem 70-jährigen Pensionisten aus Niederösterreich, dürfte der Hintergrund-Check versagt haben.

Antisemitische Hetzschrift zum Download

Der 70-Jährige, der sich auf seiner Website gern als "Merlin" stilisiert, bietet dort Texte zu verschiedenen Themen von Naturheilkunde bis zu Esoterik zum Download an.

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Günther Lassis "Gilt"-Bewerbervideo.

Darunter findet sich allerdings auch ein Dokument der "Protokolle der Weisen von Zion", eine antisemitische Hetzschrift aus dem vorigen Jahrhundert, die Juden eine Weltverschwörung unterstellt (siehe Foto in der Bildstrecke oben). Bereits die Nazis bezogen sich in ihrer Propaganda auf den Text und zogen ihn als Begründung für ihren Antisemitismus heran.

Der Politikwissenschafter Matthias Falter wies am Montag auf Twitter auf Lassis Website hin. Wenig später war die Homepage offline.



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