AstraZeneca: Forscher finden mögliche Thrombose-Ursache

Das Vakzin von AstraZeneca löst bei einigen Menschen einen Abwehrmechanismus aus, der nicht auftreten sollte. Forscher wissen nun, warum das so ist.

Forscher in Greifswald im Nordosten von Mecklenburg-Vorpommern haben die Ursache für mögliche Hirnvenenthrombosen gefunden, die nach der Impfung mit AstraZenecas Covid-19-Vakzin offenbar auftreten können. Das Mittel löse bei einigen Menschen einen Abwehrmechanismus aus, berichtet NDR 1 Radio MV.

Die Forscher erhielten vom Paul-Ehrlich-Institut sechs Blutproben von Thrombosepatienten. Das Institut prüft in Deutschland die Wirksamkeit und Sicherheit biomedizinischer Arzneimittel. Die Forscher fanden heraus, dass AstraZenecas Impfstoff die Thrombozyten aktiviert, was zu Blutgerinnseln im Gehirn führen könne. Nun könne Betroffenen ein Wirkstoff verabreicht werden, der helfe.

Bei dieser Reaktion werden die Blutplättchen und damit die Blutgerinnung aktiviert. Bei allen untersuchten Proben traten die Probleme zwischen Tag fünf und Tag 14 nach der Impfung auf. Wer nach der Impfung starke Kopfschmerzen oder ein anschwellendes, dickes Bein bekommt, sollte sofort einen Arzt aufsuchen. Die Thrombose könne mit Medikamenten behandelt werden.

Umstrittener Impfstoff

Der Impfstoff von AstraZeneca musste in den vergangenen Wochen weltweit Kritik einstecken. Mehr als ein Dutzend Länder, darunter auch Deutschland, setzten Impfungen mit AstraZeneca vorübergehend aus. Alle Augen waren in Folge auf die Europäische Arzneimittelagentur gerichtet, die ihre Empfehlung des Vakzins einer gründlichen Neuprüfung unterzog.

Am Donnerstag wurde die Entscheidung gefällt: Das britisch-schwedische Anti-Corona-Mittel wird auch weiterhin uneingeschränkt empfohlen. "Das ist ein sicheres und effektives Vakzin", so die EMA im Rahmen ihrer Pressekonferenz. Der Nutzen dieser Impfung übersteige die möglichen Risiken bei Weitem. 

Schematische Darstellung eines Blutgerinnsels (Thrombus)
Schematische Darstellung eines Blutgerinnsels (Thrombus)APA-Grafik / picturedesk.com

Warnhinweis

Das Komitee habe nach Durchsicht der Daten festgestellt, dass der Impfstoff nicht zu einer Erhöhung des Gesamtrisikos für Blutgerinnsel führe. In insgesamt 25 Fällen kam es laut AstraZeneca selbst zu starken Komplikationen durch Thrombozytopenie – einem Mangel an Blutplättchen im Blut – bzw. Hirnvenenthrombosen bei Frauen unter 55 Jahren.

Hier habe die EMA einen kausalen Zusammenhang aufgrund der dünnen Informationslage weder beweisen noch ausschließen können. Deshalb werden die Beipackzettel von Vakzin AZD1222 nun mit einem entsprechenden Warnhinweis versehen der vor den möglichen Gefahren warnen soll.

Mehr lesen: Das sagt Anschober zur EMA-Entscheidung zu AstraZeneca

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