Tiere

E-Fiaker statt echte Pferde bis Ende 2021?

Heute Redaktion
13.09.2021, 13:45

Wenn es nach dem Österreichischen Tierschutzverein geht, sollen Pferdekutschen in der Corona-Krise nicht gerettet, sondern abgeschafft und modernisiert werden.

Das Thema Fiaker lässt die Gemüter in Zeiten der Corona-Krise erneut erhitzen. COVID-19 brachte Österreichische Fiaker-Betriebe in unerwartete, finanzielle Not. Die Stadt Wien hilft mit 250 Euro pro Pferd und Monat aus. Wie es danach weitergeht, steht noch in den Sternen. Man solle die Krise nutzen und den Umstieg auf umweltfreundliche und tierleidfreie E-Fiaker vorbereiten, statt "Steuergeld zu verschwenden" um die Ausbeutung der Tiere auch noch zu unterstützen, heißt es aus dem ÖTV.

Der Österreichische Tierschutzverein hat darum einen Zwei-Jahres-Plan für den schrittweisen Umstieg von Pferdekutschen auf Elektro-Fiaker ausgearbeitet. Das Ziel: Bis 31. Dezember 2021 soll kein Fiaker-Pferd mehr in Österreich im Einsatz sein.

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Fiaker-Tradition nicht brechen, sondern modernisieren

Österreich müsse nicht mit der Fiaker-Tradition brechen, so Mag. Eva Malle, Geschäftsführerin und Pferdebeauftragte des Österreichischen Tierschutzvereins. Man müsse die Tradition "modernisieren und den heutigen Werten und Tierschutzstandards anpassen".

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"Statt Steuergelder an die Fiaker zu verteilen, müsse man darüber nachdenken, wie man dem Leid der rund 400 Fiaker-Pferde in Österreich endlich ein Ende setzen kann", fordert Malle. Die Corona-Krise sei der perfekte Zeitpunkt einen Umstieg zu planen.

Mit der schrittweisen Umstellung hätte man zwei Jahre Zeit, die Tiere "in liebevolle Hände weiterzuvermitteln", so die ÖTV-Geschäftsführerin Malle. Der ÖTV bietet sich hiermit an, die Koordination der Vermittlung, eventuell auch in Zusammenarbeit mit anderen Tierschutzorganisationen, zu übernehmen. "Pferde den ganzen Tag lang mit Scheuklappen durch die Stadt zu hetzen, ist einfach nicht mehr zeitgemäß.", so Malle.

+++ "Heute"-Tierisch-Videoreihe über Fiaker. Warum gehören Fiaker (nicht) zu Wien? Was passiert mit Pferden, wenn es keine Fiaker mehr gibt? HIER die Antworten.+++

Umstieg auf E-Fiaker: "Auch Vorteile für Kutscher und Stadt"

Der Umstieg auf E-Kutschen hätte nicht nur für die Pferde sondern auch für die Kutscher Vorteile, heißt es aus dem ÖTV. „Mit dem Einsatz der E-Fiaker hätten die Kutscher weiterhin eine Existenzgrundlage", so Malle. Ohne Tiere würden sich die Betreiber auch die hohen Kosten für Futter, Medikamente, tierärztliche Behandlungen, Stallmiete und die Reinigung der Standplätze ersparen. Die bestehenden Fiaker-Standorte könne man Schritt für Schritt mit E-Ladestationen ausstatten. Diese könnten Fiakern "beispielsweise in Form eines Leasingmodells zur Verfügung gestellt werden."

Auch die Städte würden von einem Umstieg profitieren, so der ÖTV. Alleine in Wien entstünden durch die Pferdehufe jedes Jahr Straßenschäden von bis zu 700.000 Euro. E-Fiaker hingegen verursachen diese Schäden nicht und seien "klimaneutral." Städte wie Salzburg und Innsbruck, wo ebenfalls Fiaker-Pferde im Einsatz sind, könnten sich am Wiener Modell orientieren.

Zwei-Jahres-Plan für Umstieg auf E-Fiaker

„In Wien sind täglich etwa 50 Pferdekutschen im Einsatz. Diese könnte man innerhalb der nächsten zwei Jahre schrittweise durch E-Fiaker ersetzen", rechnet Pferdebeauftragte Malle vor. Hier der stufenweise Lösungsvorschlag auf einen Blick:

1)Schrittweiser Austausch von Pferdekutschen durch Elektro-Fiaker in den kommenden zwei Jahren

2) Errichtung von E-Ladestationen an den Fiaker-Standplätzen

3)Vermittlung der 400 Fiaker-Pferde an tierliebe Privathalter, Tierschutz- und Gnadenhöfe

Zudem:Während der Umstellungsphase: Hitzefrei für Österreichs Fiaker-Pferde ab 30°C

Ziel:Bis 31. Dezember 2021 soll kein Fiaker-Pferd mehr im Einsatz sein

Wer den Lösungsvorschlag des Österreichischen Tierschutzvereins unterstützen möchte, kann jetzt die Petition auf der ÖTV-Website unterschreiben. Ziel sind 30.000 Unterschriften.

Gehören Pferdekutschen zu Wien?

Das haben wir Ursula Chytracek, Sprecherin der Fiaker in der Wirtschaftskammer Wien, Dr. Isabella Copar, Tierärztin (betreut Fiaker-Betriebe), Martina Pluda, Kampagnenleiterin bei Vier Pfoten und Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer, (Amts-)Tierarzt im Ruhestand, gefragt. Das sind ihre Antworten.

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