EAV veröffentlicht Weihnachtssong – OHNE Eberhartinger

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EAVErhard Seidl
Man kann sich auf ein Punschgelage kaum besser einstimmen, als mit dem neuen EAV-Titel "Am Christkindlmoarkt".

Trefflichst interpretiert von Christopher Seiler (“Seiler&Speer”), von dem man nach dieser hervorragenden Intonation der Geschichte über den immer trunkener werdenden Protagonisten durchaus meinen könnte, er hätte persönliche Erfahrungen mit der Glühweintrinkkultur.

"Ich bin der geile Weihnachtsmann"

"Warum billig geben, was sich vielleicht gut verkaufen lässt?", dachte sich also auch die Erste Allgemeine Verunsicherung (EAV) bereits anno 1979 und nahm während ihrer damaligen Weih-nachtstournee an einem spielfreien Tag in Dortmund ihre allererste Single mit dem rundfunk-untauglichen – deshalb auch selten gespielten – Titel "Ich bin der geile Weihnachtsmann" auf.

Das unheilige Ensemble rekrutierte sich zu besagter Zeit aus der Urgewalt Walter Hammerl, Nino Holm, Anders Stenmo, Eik Breit, Thomas Spitzer und einem Gutteil von STS, nämlich dem damaligen EAV-Frontsä(n)ger Gert Steinbäcker, assistiert von Schiffkowitz und Günter Timischl. (Erst 4 Jahre später sollte Klaus Eberhartinger der 3. und wohl bekannteste Sänger der EAV werden.)

EAV x Christopher Seiler – Am Christkindlmoarkt (Lyric Video)

Seit dieser absolvierten Tournee war es v.a. Spitzers Langzeit-Ansinnen, irgendwann ein dazugehöriges (Anti?!-)Weihnachtsalbum aufzunehmen, da sich diese Show der "Bösterreicher" auch außerhalb des Hamburger Rotlicht-Milieus als äußert publikumswirksam erwiesen hatte.

Allein, diesem Vorhaben standen in den darauffolgenden Jahrzehnten einige sehr populäre Tonträger (ca. 10 Millionen verkaufte gar) und damit gekoppelte Tourneen im Wege. So ließ sich dieser Wunsch zu Lebzeiten nicht mehr erfüllen.

Leben ohne EAV? Möglich, aber sinnlos

Denn am 14.09.2019 trug sich die EAV nach einer über 90 Konzerte umfassenden Abschiedstour zu Grabe. Dort rotierte der unruhende Geist Spitzers – ein nicht erfülltes Bedürfnis bringt selten baldigen Frieden. Als sich dann noch Santa Viralis sei Dank im Dezember 2020 die Rufe notleidender Verunsicherungsjünger mehrten, dass ein Leben ohne EAV zwar möglich, aber sinnlos sei – fiel endlich die Entscheidung, das bislang ungeborene Wunschkind mit 42-jähriger Verspätung doch noch post-humus ans Licht der inzwischen maskentragenden Welt zu hieven.

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Da sich geschätzte Musikerkollegen ausnahmsweise aufgrund des absoluten Stillstands der Kulturbranche nicht auf ausgebuchten Konzertreisen befanden, wurden sie kurzerhand verpflichtet, an diesem EAVlichen Machwerk mitzuwirken. Quer durch die musikalischen Austro-Generationen hinweg konnten Willi Resetarits (vulgo Dr. Kurt Ostbahn), Paul Pizzera, Christopher Seiler, Turbobier, Lemo, das reinkarnierte Verunsicherungs-Rockkabarett „HORST“, sowie die Ur-EAVler Klaus Eberhartinger, Gert Steinbäcker, Eik Breit und Mario Botazzi (jeweils 1 Titel) gewonnen bzw. überredet werden.

Dass bei der Vielzahl genannter Interpreten ein äußerst buntes Album entstehen musste, liegt in der Klangnatur unterschiedlicher Stimmbänder.

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Klaus Eberhartinger

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