Die Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo dürfte laut Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wohl schon seit mehreren Monaten andauern. "Angesichts des Ausmaßes gehen wir davon aus, dass sie vermutlich vor einigen Monaten begonnen hat", erklärte die WHO-Spezialistin Anaïs Legand am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Genf. Die Untersuchungen laufen aber noch. Jetzt ist es vor allem wichtig, die Infektionsketten zu durchbrechen und alle Verdachts- sowie bestätigten Infektionen zu isolieren und zu behandeln.
Die WHO stuft das Risiko, dass sich die Krankheit innerhalb des Landes und in der Region ausbreitet, als hoch ein. Weltweit sei das Risiko aber weiterhin gering. Auch die Voraussetzungen für eine Pandemie-Warnung sind laut der Leiterin des WHO-Notfallkomitees, Lucille Blumberg, nicht erfüllt.
Wegen der Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo hat die WHO am Wochenende eine "gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite" ausgerufen – das ist die zweithöchste Alarmstufe. Die Gesundheitsbehörde der Afrikanischen Union hat wegen des "hohen Risikos einer regionalen Ausbreitung" für ganz Afrika den Notstand ausgerufen.
Das Zentrum der Epidemie liegt in Ituri, einer Provinz im Nordosten des zentralafrikanischen Landes, die an Uganda und den Südsudan grenzt. Auch aus der Nachbarprovinz Nord-Kivu gibt es Verdachtsfälle. Laut Angaben der kongolesischen Regierung vom Dienstag wurden bisher 131 Todesfälle und insgesamt 513 Verdachtsfälle registriert.
Die Epidemie wird von der seltenen Bundibugyo-Variante des Ebola-Virus ausgelöst. Es gibt weder einen Impfstoff noch eine gezielte Therapie dagegen. Die Sterblichkeitsrate liegt zwischen 30 und 50 Prozent.