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Ebola: EU plant Datenbank der Reisenden

Heute Redaktion
14.09.2021, 12:51

Im Zuge des Ebola-Ausbruchs in Westafrika sind die Sicherheitsvorkehrungen im internationalen Reiseverkehr ein zentrales Thema. Am Donnerstag trafen die EU-Gesundheitsminister zusammen. Eine EU-weite Datenbank soll dabei helfen, die Flugrouten von Einreisenden aus Westafrika weiterzuverfolgen. Laut Ministerin Sabine Oberhauser soll Österreich die betroffenen Länder vor Ort mit zusätzlichen medizinischen Helfern unterstützen.

Im Zuge des ein zentrales Thema. Am Donnerstag trafen die EU-Gesundheitsminister zusammen. Eine EU-weite Datenbank soll dabei helfen, die Flugrouten von Einreisenden aus Westafrika weiterzuverfolgen. Laut Ministerin Sabine Oberhauser soll Österreich die betroffenen Länder vor Ort mit zusätzlichen medizinischen Helfern unterstützen.

 
Die Minister sind am Donnerstag auf Einladung von EU-Gesundheitskommissar Tonio Borg und der italienischen Gesundheitsministerin und amtierenden EU-Ratspräsidentin Beatrice Lorenzin zu einem Treffen in Brüssel zusammengekommen. Wichtige Entscheidungen wurden nicht getroffen.

Das Thema der direkten Kontrolle von Reisenden aus den drei betroffenen Staaten Sierra Leone, Guinea und Liberia bleibt weiterhin in der Verantwortung der einzelnen Mitgliedsstaaten. So hatte Großbritannien als erstes EU-Land in der Vorwoche erklärt, vorbeugende Gesundheitskontrollen an großen Flug- und Bahnhöfen einzuführen. Nun hat Frankreich angekündigt, von Samstag an alle Passagiere von Flügen aus Ebola-Gebieten zu kontrollieren.

Oberhauser: Entryscreenings nur bei Direktflügen sinnvoll

Österreich ist von diesem Umstand insofern weniger betroffen, als es keine direkten Flugverbindungen aus den betroffenen Ländern in Westafrika gibt. "Entryscreenings machen nur wirklich Sinn bei Direktflügen", unterstrich in diesem Zusammenhang Oberhauser nach dem Treffen. Bei diesen Screenings sei eine klassische Fieberkontrolle der Passagiere nicht ausreichend. "Die Frage ist, ob das Fiebermessen wirklich Sicherheit bietet - wir alle wissen, dass wir etwas schlucken, wenn wir Fieber haben. Deshalb ist die Möglichkeit, dass etwas durchrutscht, relativ groß", zeigte sich Oberhauser skeptisch.

Genaue Erhebung von Fluggast-Daten

Was hingegen ein Ziel sein müsse, ist die genaue Erhebung von Visa-, Pass- und Flugdaten, um die Bewegung der Reisenden auch innerhalb Europas nachvollziehen zu können. Ziel ist deshalb eine gemeinsame europäische Datenbank. "Ich hoffe, dass die Datenbank sobald als möglich einsatzbereit ist", unterstrich nach dem Treffen auch die italienische Gesundheitsministerin Beatrice Lorenzin, deren Land derzeit die Ratspräsidentschaft innehat und die gemeinsam mit EU-Gesundheitskommissar Tonio Borg zu dem Treffen geladen hatte.

Das zentrale Element bleibe aber die Kontrolle bei der Ausreise in den betroffenen Ländern, die jetzt schon sehr gut funktioniere. Aber auch hier will man mit Personal die Lage vor Ort stützen, das im European Centre for Disease Prevention and Control geschult wird, kündigte Borg an: "Was getan werden muss, wird getan."

Auch wird es ein gemeinsames europäisches Rückholprogramm für möglicherweise infizierte Helfer geben. Und schließlich soll die Informationskampagne an Flughäfen und Bahnhöfen koordiniert werden. Wenn sich dann möglicherweise der eine oder andere Fehlalarm ergeben, freue ihn das, unterstrich Borg: "Das zeigt, dass das Kontrollsystem als solches funktioniert."

Taskforce mit Vertretern von Bahn und Flughafen

Auf österreichischer Ebene befürwortet die Gesundheitsministerin ein Notfallteam: "Ich glaube, dass wir uns national mit einer Task Force koordinieren sollten." Dabei sollten die betroffenen Ministerien ebenso vertreten sein wie Bahn und Flughafen. "Und wir werden einen Aufruf starten, um Freiwillige nach Afrika zu bringen und die auch gut schulen", stellte sie Hilfe für die von Ebola betroffenen Staaten in Westafrika in Aussicht.

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