Nach anhaltenden Vorwürfen hat Ecuador zugegeben, dass man den Internet-Zugang von Wikileaks-Gründer Julian Assange gesperrt hat. Der Australier sitzt seit vier Jahren in politischem Asyl in der Botschaft des südamerikanischen Landes in London fest.
Das ecuadoriansiche Außenministerium erklärte, man habe "vorübergehend den Zugang zu seinen Kommunikationssystemen in der Botschaft" eingeschränkt. Die Begründung: Die Einmischung von Assange in den US-Wahlkampf.
Die Whistleblower-Plattform Wikileaks hatte am Wochenende Dokumente veröffentlicht, laut denen US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton drei bezahlte Reden bei der Investment-Bank Goldman Sachs gehalten hat.
"Die Regierung Ecuadors vertritt den Grundsatz der Nichteinmischung in die Angelegenheiten anderer Länder, sie mischt sich nicht in Wahlprozesse ein und sie unterstützt keine bestimmten Kandidaten", lautet die Begründung des Ministeriums. Am politischen Asyl für Assange werde jedoch nicht gerüttelt.
Vorwürfe von Wikileaks, wonach John Kerry, US-Außenminister und Parteikollege der Demokratin Clinton, Druck auf Ecuador ausgeübt habe, wird von beiden Ländern zurückgewiesen.
Assange wohnt seit 2012 in der Botschaft in London, da ihm in Schweden ein Verfahren wegen angeblichen Vergewaltigung droht. Von dort könnte er wegen Geheimnisverrats an die USA ausgeliefert werden.