Islamforscher Aslan nicht mehr Institutsleiter

Ednan Aslan steht dem Institut für Islamisch-Theologische Studien nicht mehr vor. Gegen ihn werden schwere Vorwürfe, etwa wegen Mobbings, erhoben.
Ednan Aslan ist nicht mehr Vorsitzender des Islam-Instituts der Universität Wien. Gegen den Wissenschafter werden laut Informationen des "Standard" schwere Mobbingvorwürfe erhoben. Aslan war seit 13 Jahren am Institut tätig. Die Leitung übernimmt interimistisch Melanie Malzahn.

Mobbingvorwürfe als Ursache?



Laut Informationen des "Standard" war die Stimmung am Institut in den vergangenen Wochen und Monaten angespannt. Insider nennen sie "unkollegial" und "feindlich". Aslan hätte sich "grundlegendes Fehlverhalten" zu Schulden kommen lassen. Davon sei auch die Personalführung betroffen gewesen. Sogar Mobbingvorwürfe stehen im Raum.

CommentCreated with Sketch.5 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Im Gespräch mit dem "Standard" weist Aslan die Mobbingvorwürfe zurück. Durch ihn hätte kein Mobbing stattgefunden. Er glaube auch nicht, dass es am Institut generell zu Mobbing gekommen sei.

Die Abberufung scheint ihn ohnehin nicht so zu belasten, wie familiäre Probleme. Bei seinem letzten Flug in die Türkei sei ihm die Einreise verwehrt worden. Er vermutet, dass der türkischen Religionsbehörde sein eher europäisch geprägtes Islamverständnis ein Dorn im Auge ist. Er habe auf Grund des Einreiseverbots seine Heimat verloren und seine Schwester seit drei Jahren nicht mehr gesehen. "Die Institutsleitung fehlt mir da nicht", wird Aslan im Gespräch mit dem Standard zitiert.

Aslan war an umstrittener Islam-Studie beteiligt



Einer breiteren und interessierten Öffentlichkeit ist Aslan durch eine Studie über islamische Kindergärten in Wien bekannt geworden. Aslan wurde nach der Veröffentlichung dieser Studie kritisiert. Vor Veröffentlichung der Studie sollen aus politischen Gründen relevante Passagen gekürzt oder gestrichen worden sein. Das wäre ein schwerer Verstoß gegen die gute wissenschaftliche Praxis.

Aslan bestritt damals die Vorwürfe. Sämtliche Änderungen und Korrekturen an der Endfassung seien von ihm ausdrücklich erwünscht gewesen. (mr)

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