Edtstadler verteilt Impfstoffe und Kritik am Westbalkan

Europaministerin Karoline Edtstadler (ÖVP).
Europaministerin Karoline Edtstadler (ÖVP).Bundeskanzleramt
Nordmazedonien ist aktuell sehr bedient. Nicht nur wegen der Corona-Krise, auch mit dem EU-Beitritt will es einfach nicht klappen.

In Gedanken sind die Menschen in Nordmazedonien längst in der EU. Überall hängen blaue Fahnen mit Sternchen und Plakate mit Slogans zum Beitritt. Während einem Spaziergang am Bazar, fragt ein Verkäufer schmunzelnd, ob wir Österreicher ihm nicht ein Stück EU abgeben könnten: "Die EU ist für mich, für dich. Sie ist für alle da."

Das Problem: Nicht alle in der EU sind für Nordmazedonien. Vor allem der Nachbar Bulgarien wehrt sich vehement gegen den Beitritt des Staates. So fordert man sogar, dass die Europäische Union weder die Sprache, noch die Nation an sich anerkennt. Auch solle das Land zugeben, dass es eigentlich ein Teil Bulgariens sei. 

Kritik an Bulgariens Blockade

Europaministerin Karoline Edtstadler (ÖVP) positioniert sich nun klar auf die Seite Nordmazedoniens. Bei einem Besuch am Westbalkan schaute sie auch bei Vize-Premier Nikola Dimitrov vorbei. Edtstadler nannte es bei einer Pressekonferenz: "Besuch bei einem Freund". So sei Nordmazedonien ein Sicherheitsknotenpunkt und vor allem ein Verbündeter im Kampf gegen die illegale Migration. 

Bei einer Sache zeigt die ÖVP-Ministerin jedoch keinerlei Verständnis: "Dass einzelne Länder eine Blockade aufbauen". Für sie gehörte Nordmazedonien klar zur EU. Zudem habe das Land viel für den Beitritt getan und diese Schritte sollen belohnt werden, so Edtstadler. Nur dann könne die Nation auch Perspektiven erhalten.

Impfstoff im Anmarsch

Perspektiven braucht Nordmazedonien auch in Bezug auf die Corona-Krise. Zwar scheint man aktuell die zweite Welle hinter sich zu lassen, jedoch mangelt es sowohl an Tests als auch an Impfstoffen. Auch hier will Österreich gemeinsam mit der EU aushelfen. In der Boris Trajkovski Arena wurde Edtstadler fast schon wie ein internationaler Popstar empfangen. Umringt von unzähligen Fotografen und Journalisten kämpfte sie sich den Weg zum Mikrofon, wo sie dann erklärte: "Niemand ist sicher, solange nicht alle sicher sind". Aus diesem Grund freue sie sich auch, dass Österreich mit einer ersten Impf-Lieferung im Westbalkan aushelfen könne. Über 650.000 Vakzinen wurden versprochen, um einen Weg in die Normalität zu ermöglichen. 

Auch das Thema Bulgarien wurde erneut angesprochen – wenn auch diesmal etwas sanfter. So sei es wichtig, dass beide Nationen an einem Strang ziehen und sich an einen Tisch setzen, um die Differenzen aus der Welt zu schaffen. 

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