Im Jahr 1991 wurde Österreich fast in einen Krieg verwickelt. Die Erinnerungen von Reinhard Leeb an seinen Einsatz an der Jugoslawien- Grenze offenbaren, wie gefährlich Wehrpflicht im Ernstfall sein kann: "Grundwehrdiener hätten Kanonenfutter sein können."
Im Jahr 1991 wurde Österreich fast in einen Krieg verwickelt. Die Erinnerungen von Reinhard Leeb an seinen Einsatz an der Jugoslawien- Grenze offenbaren, wie gefährlich Wehrpflicht im Ernstfall sein kann: "Grundwehrdiener hätten Kanonenfutter sein können."
"Ich wusste noch nicht einmal, wie man salutiert", erinnert sich der Mediziner Reinhard Leeb im Gespräch mit "Heute". "Dennoch wurde ich nach drei Tagen Grundausbildung ins Kriegsgebiet abkommandiert. Ohne jemals ein Schießtraining absolviert zu haben, gab man mir eine Pistole und Munition."
40% Erstausfall
Dabei war das keine Übung. Wenige Hundert Meter von den Stellungen des Bundesheeres entfernt starben von 27. Juni bis 7. Juli 1991 mindestens 62 Menschen bei serbisch-slowenischen Gefechten. Hubschrauber und Kampfjets der jugoslawischen Volksarmee verletzten den österreichischen Luftraum. Die Gefahr eines Flächenbrandes drohte. Das Bundesheer rückte mit 8.000 Mann an, 2.500 waren Grundwehrdiener.
Leeb: "Ich kann mich gut an die Einschätzung des Kommandanten für die Steiermark erinnern. Bei einem Angriff der Serben rechnete er mit einem Erstausfall von 40%. Von 20 Kameraden würden also nur 12 heimkehren. Grundwehrdiener hätten Kanonenfutter sein können." Wofür er am Sonntag stimmt? "Für ein Berufsheer natürlich. Ich bin ja Patriot."