Keuchhusten

Ein Baby tot, zwei im Spital – neue Infektion grassiert

Starke Hustenanfälle und Atemstillstand – das sind die Symptome: Derzeit sind mehr als 6.000 Menschen mit Keuchhusten infiziert.

Newsdesk Heute
Ein Baby tot, zwei im Spital – neue Infektion grassiert
Immer mehr Menschen erkranken jetzt an Keuchhusten. Besonders Kinder und Säuglinge sind gefährdet. Es ist von großer Wichtigkeit rechtzeitig gegen die Krankheit vorzugehen.
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Derzeit sind über 6.000 Personen in Österreich mit Keuchhusten infiziert. Das sind mehr als doppelt so viele Fälle wie im Jahr 2023. Für Kinder unter einem Jahr ist die Krankheit besonders gefährlich. Ein besonders tragischer Fall passierte in Graz, wo kürzlich ein Baby an Keuchhusten verstorben ist. In Linz werden derzeit zwei Babys auf der Intensivstation behandelt. Fakt ist: Kinder müssen vor Keuchhusten geschützt werden!

Impfung während Schwangerschaft

Maria Paulke-Korinek, die Abteilungsleiterin für Impfwesen im Gesundheitsministerium, erklärt, dass Säuglinge oftmals an Keuchhusten erkranken, nämlich an einem Zeitpunkt, an dem man sie noch nicht impfen kann. Daher ist es wichtig, dem Baby bereits vor der Geburt Antikörper mitzugeben. Es wird empfohlen, dass eine werdende Mutter sich zwischen der 27. und der 36. Schwangerschaftswoche gegen Keuchhusten impfen lässt. Somit werden die Antikörper über die Plazenta, dem Mutterkuchen, an den Fötus weitergegeben.

Sich während einer Schwangerschaft impfen zu lassen, sollte auch gemacht werden, wenn man bereits geimpft ist. Auch wenn eine Frau innerhalb von zwei oder drei Jahren mehrmals schwanger ist, wird es dringlich empfohlen, sich bei jeder Schwangerschaft impfen zu lassen, sagt Paulke-Korinek.

Hohe Impfskepsis in Österreich

Die Durchimpfungsrate vom Jahr 2023 zeigt, dass viele Kinder im späteren Kindsalter nicht immunisiert sind. Grund dafür scheint die hohe Impfskepsis der Österreicher zu sein. Kinder werden generell meistens zu spät und zu inkonsequent geimpft. Eltern fragen sich, ob die Kombi-Impfung Polio/Keuchhusten überhaupt sicher ist. Der Impfstoff ist schon seit Jahrzehnten auf dem Markt, daher gibt es eigentlich keine Sicherheitsbedenken.

Weiters kursiert nach wie vor das Gerücht, dass eine Keuchhusteninfektion das Kind für den Rest des Lebens immunisiert. Das ist aber leider falsch. Nach einer Erkrankung entsteht zwar für ein paar Jahre eine Immunisierung, dennoch ist diese nicht dauerhaft. Daher werden regelmäßige Auffrischungs-Impfungen dringend empfohlen.

Kinder sollten ihre erste Keuchhusten-Impfung mit dem Schuleintritt, also mit sechs Jahren, bekommen. Diese wird kostenlos angeboten. Erwachsenen wird geraten, dass sie ihre Impfung alle zehn Jahre auffrischen lassen und Personen ab 60 Jahren sogar alle fünf Jahre.

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    Auf den Punkt gebracht

    • Über 6.000 Keuchhustenfälle in Österreich, darunter auch tragischer Todesfall eines Babys in Graz
    • Besonders Kinder müssen geschützt werden, da die Krankheit für Säuglinge besonders gefährlich ist
    • Um Babys zu schützen, wird empfohlen, dass werdende Mütter sich zwischen der 27.und 36.Schwangerschaftswoche impfen lassen, um Antikörper über die Plazenta weiterzugeben
    • Die hohe Impfskepsis in Österreich führt zu niedriger Durchimpfungsrate, obwohl die Sicherheit der Impfung gut belegt ist
    • Regelmäßige Auffrischungs-Impfungen werden dringend empfohlen
    red
    Akt.