Ein Daumen scrollt sich pro Jahr durch zwei Marathons

Wir scrollen ständig – sei dies auf Social-Media-Plattformen, News-Outlets oder in der Bildergalerie. Dies kann unangenehme Nebenwirkungen haben.

Social-Media-Websites, E-Mail-Konten und News-Outlets haben eines gemeinsam: Wenn man über ein Smartphone auf sie zugreift, muss man sich vertikal durch sie hindurch scrollen. Tatsächlich verbringen Menschen im Durchschnitt rund 49 Minuten pro Tag allein damit, durch Social-Media-Plattformen zu stöbern, wie "Dailymail" berichtet. Vor diesem Hintergrund hat das Marketingunternehmen Ilk nun ausgerechnet, wie groß die Distanz ist, die ein Daumen pro Jahr beim Scrollen ungefähr zurücklegt. Das Resultat: Es ist die Strecke von etwa zwei Marathons.

"Die schiere Distanz, die wir mit unserem Daumen auf dem Smartphone zurücklegen, ist erschütternd", so der PR-Chef von Ilk. "Wir wollten damit aufzeigen, welche große Rolle Social Media in unserem Leben spielt, egal ob wir uns damit unterhalten wollen, Informationen suchen oder mit der Familie und mit Freunden in Kontakt bleiben."

"Scroller-Daumen"

Wie auch beim Training für einen Marathon besteht beim Scrollen durch endlose Social-Media-Seiten eine Verletzungsgefahr. Denn die Scroll-Bewegung ist laut Eugene Y. Tsai, Spezialarzt beim Cedars-Sinai Hospital in Los Angeles, eine unnatürliche Geste. "Die Sehne im Daumen kann durch die repetitive Bewegung entzündet werden, da sie wiederholt gegen den Tunnel, in welchen sie eingebettet ist, gerieben wird", so der Arzt.

Daher wurden in den vergangenen Jahren immer mehr Fälle des sogenannten "Scroller Daumens" oder "Texting Daumens" verzeichnet. Dabei verkrampft sich der Finger, entzündet sich und bleibt schließlich in einer gebogenen Position stecken.

Sprache als Gegenmittel

Aber nicht nur der Daumen leidet von der wiederholten Scrolling-Bewegung. Während hauptsächlich die Benutzung von kleineren Smartphones zum "Scrolling Daumen" führt, sind größere Handys aufgrund des schwereren Gewichts für Schäden am Handgelenk und den restlichen Fingern verantwortlich. So kann es beispielsweise bei Kindern und Jugendlichen, die täglich stundenlang Smartphones in der Hand halten, am kleinen Finger, auf welchem das Handy ruht, zu Deformationen kommen.

Wer sich um seinen Daumen sorgt oder gar bereits erste Anzeichen eines "Scrolling Daumens" verspürt, kann eine Verschlimmerung aber noch abwenden. So wird geraten, ab und zu einen anderen Finger für die Scrolling-Bewegung zu benutzen. Außerdem können viele Handys heutzutage über Stimmbefehle kontrolliert werden. So können längere Text-Nachrichten oder E-Mails auch einfach diktiert anstellt getippt werden.

Wie wurde die Distanz berechnet?

Laut einer Studie von Ofcom verbringen Menschen rund 49 Minuten pro Tag auf Social-Media-Plattformen – 92 Prozent davon fallen auf mobile Geräte aus. So kann berechnet werden, dass eine Person rund 45 Minuten pro Tag durch Facebook, Instagram und Co. scrollt.

Für die Distanz nutzte Ilk die durchschnittliche Größe von modernen Handy-Bildschirmen, also 25,4 Zentimeter, während eine Scroll-Bewegung rund 3 Sekunden dauert. Berechnet man 45 Minuten (2,7000 Sekunden) geteilt durch 3 Sekunden, ergibt das 900 Sekunden.

Multipliziert man man 900 Sekunden mit der durchschnittlich zurückgelegte Distanz (25,4 Zentimeter), ergibt das rund 229 Meter pro Tag. Dies kann wiederum mal 365 gerechnet werden, um die jährliche Scroll-Distanz zu erfahren. Diese beträgt 83.585 Meter, also 83,5 Kilometer. Wer einen Marathon rennt, muss 42,2 Kilometer zurücklegen – die jährliche Scroll-Distanz ist also ungefähr die doppelte Distanz eines Marathons.

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