Ein Generalstabsoffizier hat jetzt das Kommando

Der Burgenländer Johann Luif steigt vom aktiven Offizier zum Verteidigungsminister auf. Doch die Truppe meutert bereits.
Als neuer Verteidigungsminister ist Johann Luif (60) vorgesehen. Der Generalleutnant war einst Militärkommandant des Burgenlands. Er ist ausgebildeter Generalstabsoffizier und war auf mehreren Auslandseinsätzen. Luifs Einsatzgebiete lagen vor allem am Balkan: ab 2000 als österreichischer Kontingentskommandant im Kosovo, 2011/12 als stellvertretender Kommandant der Kosovo Force (KFOR) und 2014 bis 2016 als Kommandant von European Union Force (EUFOR) in Bosnien-Herzegowina. Er meisterte die Aufgaben mit Bravour.

Die Burgenländer verteidigen





CommentCreated with Sketch.5 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Der gebürtige Eisenstädter war vom damaligen Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) ins Ministerium geholt worden. Dort ist der verheiratete Vater von zwei Kindern aktuell Leiter der Generalstabsdirektion, also quasi Sektionschef. Mit Luif würde der bereits dritte Burgenländer an der Spitze des Verteidigungs-Ressorts stehen. Dem Offizier wird zwar ÖVP-Nähe nachgesagt, er genießt aber auch bei der SPÖ ziemlich hohes Ansehen.

Bundesheer-Gewerkschaft unzufrieden





Wenig begeistert zeigt sich hingegen die freiheitliche Bundesheergewerkschaft vom neuen Verteidigungsminister. Am Mittwoch sprach sie sich klar gegen ihn aus. Der Grund: "Einen noch im Dienststand befindlichen Untergebenen des Generalstabschefs als neuen Expertenminister für das BMLV zu entsenden, kann bei den Bediensteten nur auf Unverständnis stoßen", so Amtsdirektor Manfred Haidinger in einer Aussendung.

Luif würde zu sehr polarisieren und sei kein Garant für Stabilität. Stattdessen schlägt die freiheitliche Bundesheer-Gewerkschaft einen pensionierten General vor, ohne Namen zu nennen. Der letzte aktive Offizier, der Minister wurde, war Brigadier Karl Lütgendorf in der SPÖ-Alleinregierung unter Bruno Kreisky von 1971 bis 1977. (GP)

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