Phishing-Falle im Job

Ein Punkt kostete ihn fast 5.000 Euro

Ein Mitarbeiter fiel auf eine täuschend echte Mail vom Chef herein. Nur ein winziges Detail in der Adresse verriet den Betrug.
Technik Heute
11.07.2026, 17:38
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Marcel (41) aus den Niederlanden arbeitet in einer Finanzabteilung. Sein Job: Rechnungen bezahlen und Zahlungen prüfen. Eines Tages landete eine E-Mail in seinem Postfach, die angeblich von seinem Vorgesetzten stammte. Eine Rechnung über 4.950 Euro sollte "so schnell wie möglich" bezahlt werden.

Die Signatur und der Name stimmten, die Nachricht wirkte völlig echt. Ohne zu zögern überwies Marcel den Betrag. "Man könnte denken, dass ich niemals darauf hereinfallen würde, aber es ist passiert", sagt er.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Erst zwei Wochen später fiel der Betrug auf, wie chip.de unter Berufung auf das Portal Metro Nieuws berichtet. Marcel und sein Chef checkten die Mail gemeinsam - und entdeckten den entscheidenden Unterschied: Nur ein einziger Punkt zwischen Vor- und Nachname in der Absenderadresse war anders. Der Mitarbeiter erhielt eine offizielle Verwarnung.

So funktioniert die Chef-Masche

Bei dieser Betrugsform, auch CEO-Fraud genannt, geben sich Kriminelle als Vorgesetzte aus. Sie recherchieren vorher im Internet und auf Social Media alle relevanten Informationen wie Namen, E-Mail-Adressen und Schreibstil. KI hilft ihnen dabei, die Nachrichten noch überzeugender zu formulieren.

Die Mails sind meist sehr dringlich formuliert und verlangen strengste Geheimhaltung. Die gefälschte Absenderadresse unterscheidet sich oft nur minimal von der echten - etwa durch vertauschte Buchstaben oder zusätzliche Punkte.

So schützt du dich

Prüfe bei ungewöhnlichen Zahlungsaufforderungen immer die Absenderadresse genau. Im Zweifelsfall: Ruf deinen Chef direkt an, bevor du überweist. Laut dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) besteht mehr als die Hälfte des weltweiten E-Mail-Aufkommens aus Spam - ein Teil davon sind gefährliche Phishing-Nachrichten.

Wer auf die Masche hereingefallen ist, sollte sofort die Bank kontaktieren und Anzeige bei der Polizei erstatten. In den meisten Fällen ist das überwiesene Geld allerdings verloren.

{title && {title} } tec, {title && {title} } 11.07.2026, 17:38
Jetzt E-Paper lesen