Polizei übersieht Rammbock-Einbruch in Uhrengeschäft

So sah das Geschäft am Morgen nach dem Einbruch aus – da war die Polizei bereits vor Ort. Aufgenommen am 10. Februar 2020
So sah das Geschäft am Morgen nach dem Einbruch aus – da war die Polizei bereits vor Ort. Aufgenommen am 10. Februar 2020picturedesk.com/APA/Vera Reiter
Eine Polizeistreife für an der völlig zerstörten Eingangstüre eines Salzburger Nobel-Juweliers vorbei, ohne den Einbruch zu bemerken.

Die Landespolizeidirektion Salzburg hat diesen kuriosen Vorfall nun gegenüber dem ORF bestätigt. Ereignet hatte er sich allerdings bereits am 10. Februar diesen Jahres in der Altstadt. Die Einbrecher hatten einen schwarzen Audi mit einer Art Holzramme präpariert und damit um 3.44 Uhr früh das Eingangsportal des Nobel-Uhrengeschäfts durchschlagen – "Heute" berichtete.

Die Vernebelungs- und Alarmanlage im Inneren lösten sofort aus. Alles ging sehr schnell: Innerhalb von nur drei Minuten griffen sich die Täter alle Wertgegenstände in Reichweite und traten die Flucht an. Vor dem Geschäft blieb ein Scherbenhaufen zurück, weiße Schmucktablets lagen überall verstreut und Nebelschwaden drangen auf die Straße. Auch der Alarm heulte noch als nur acht Minuten später eine Funkstreife der Polizei direkt daran vorbeirollte. Trotz allem bemerkten die Polizisten den Einbruch nicht und fuhren weiter in Richtung Judengasse. 

Die Einbrecher fuhren mit einem schwarzen Audi A6, an dessen Kofferraum eine Holzramme montiert war, rückwärts gegen die Auslagenscheibe beziehungsweise Türe des Geschäftes.
Die Einbrecher fuhren mit einem schwarzen Audi A6, an dessen Kofferraum eine Holzramme montiert war, rückwärts gegen die Auslagenscheibe beziehungsweise Türe des Geschäftes.LPD Salzburg

"Alarmanlage war so leise"

"Das ist natürlich unglücklich gelaufen", gibt Polizeisprecher Hans Wolfgruber im Gespräch mit dem ORF zu, "aber die Beamten haben nix falsch gemacht". Die Begründung: "Die Alarmanlage im Geschäft war so leise eingestellt, dass die Beamten das nicht hören konnten. Aus dem Streifenwagen konnten sie das auch nicht sehen." Deswegen drohen den Polizisten auch keine Konsequenzen.

Für den Inhaber des Uhrengeschäftes ist der Schaden allerdings enorm. Die Täter entkamen mit wertvollen Uhren im Wert von rund einer halben Million Euro. Der Sachschaden am Geschäft wird mit rund 180.000 Euro beziffert. Zwar konnte mittlerweiler einer der Verdächtigen identifiziert werden, er konnte sich jedoch – genauso wie seine Komplizen – bislang dem Gesetz entziehen.

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