Jeder fünfte Millennial hat keinen einzigen Freund

Eine junge Frau alleine in einem dunklen Gebäude. Symbolbild
Eine junge Frau alleine in einem dunklen Gebäude. SymbolbildBild: iStock/Xijian
30 Prozent aller Millennials in den USA fühlen sich immer einsam, wie eine aktuelle Umfrage ergeben hat. Jede fünfte befragte Person gibt sogar an, keinen einzigen Freund zu haben.
Depressionen, Angsterkrankungen, Herzinfarkte, Schlaganfälle, Krebs und Demenz – das alles sind die Folgen anhaltender Einsamkeit, wie zahlreiche Studien in den letzten Jahren belegen konnten. Wer jetzt denkt, dass dies die Probleme älterer Menschen wären, irrt aber gewaltig: Erschreckenderweise sind Millennials nämlich die einsamste Generation von allen. Das hat eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov ergeben.

30 Prozent fühlen sich immer einsam



Für den "Lonelyness-Report" wurden 1.254 über 18-Jährige aus den USA befragt, wie oft sie sich einsam fühlten. Ganze 30 Prozent der Millennials gaben an, dass das eigentlich immer der Fall sei. Das sind drei von zehn Menschen. Ziemlich schockierend, wenn man bedenkt, dass es bei der Generation X (die zwischen 1961 und 1981 Geborenen) nur 20 Prozent, bei den Baby Boomern (die zwischen 1946 und 1961 Geborenen) gerade mal 15 Prozent sind.

Es wird noch trauriger: 27 Prozent der Millennials gaben an, dass sie keine engen Freunde haben. Der Wert, der einem beim Scannen der Umfrage aber mit betrübt schlucken lässt, ist folgender: 22 Prozent aller befragten Millennials haben keinen einzigen Freund beziehungsweise Freundin.

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Bloß ein Problem der großen, weiten USA?



Nein. Auch auf dem alten Kontinent ist nicht alles in Butter. Während in Österreich häufig die Einsamkeit im Alter und die Angst davor thematisiert wird, gibt es aus der Schweiz aktuelle Zahlen zur Jugend. Wie der "Tagesanzeiger" Ende Juli berichtet hat, betrifft das tägliche Gefühl der Einsamkeit fast die Hälfte aller 15- bis 24-jährigen Eidgenossen. Damit decken sich die Zahlen unserer Nachbarn mit jenen der Yougov-Studie.

Doch woran mag das liegen? Die Forschenden können nur mutmaßen: "Aufgrund vorangegangener Studien könnte die soziale Isolation, die von Sozialen Medien ausgelöst wird, eine Erklärung dafür sein", so die US-Umfragen-Leiterin Jamie Ballard.

Auch bei den Schweizer Umfragewerten wird die Verschiebung der sozialen Interaktion ins Netz als Grund genannt. Auch gestiegene Zahlen an Kinderlosen und Scheidungen, sowie ein Anstieg sozialer und geografischer Mobilität könnten Erklärungen für die große Einsamkeit sein.

Lasst uns darüber sprechen



Klar ist: Wir müssen darüber sprechen damit dieses Thema sein Stigma verliert – vor allem unter jungen Menschen. Natürlich gibt niemand gern zu, am Wochenende schon wieder alleine auf dem Sofa gelegen zu haben, weil da niemand ist. Sollten wir aber: Damit der Eindruck, mit dem Gefühl der Einsamkeit auch noch alleine zu sein, verschwindet.

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