So etwas sieht man wahrlich nicht alle Tage. Es sind verstörende Bilder, die ein Kamerateam von CNN am Rande von Protesten in Minneapolisaufzeichnte. Ein Journalist von CNN wurde am Freitagmorgen (Ortszeit) von der Polizei verhaftet. Er wurde während einer Liveschaltung in Gewahrsam genommen, nachdem er sich gegenüber den Beamten identifiziert hatte. Auch die Kameracrew wurde in Handschellen gelegt. Das Team um den schwarzen Reporter wurde abgeführt. Ein CNN-Moderator sagte anschließend: "Unser Reporter ist in Haft, aber die Polizisten laufen noch frei herum."
Auch auf Nachfrage bekommt die Crew keine Auskunft darüber, weswegen sie festgenommen wird. Der Reporter bietet mehrmals an, dass sich das Team an einer anderen Stelle positionieren könne. Die Szenen der Festnahme sind live auf CNN gelaufen. Kommentiert werden sie aus dem Studio aus der Ferne. Die beiden Moderatoren sind fassungslos über das, was sie sehen.
So etwas hätten sie noch nie erlebt, sagen sie den TV-Zusehern. Angeblich wurde dem Fernsehteam vorgeworfen, dass sie nicht von der betroffenen Stelle aus hätten berichten dürfen. CNN gibt indes an, dass es sich dabei um jene Position gehandelt habe, an welche die TV-Crew verwiesen wurde. Die Aufnahmen werfen erneut ein zweifelhaftes Licht auf die Polizeikräfte. Weil sich ein Polizist auf den Hals eines Verdächtigen gesetzt hatte, wodurch dieser in weiterer Folge starb, starteten teils gewalttätige Demonstrationen in Minneapolis.
Nach der Verhaftung von CNN-Reporter Omar Jimenez ist er nun wieder auf freiem Fuß. Dies nur kurz, nachdem sich der Gouverneur des US-Staats Minnesota für die Verhaftung entschuldigt hatte. "Es war immerhin beruhigend zu wissen, dass alles vor laufender Kamera geschehen ist", so Jimenez über die Verhaftung im Live-TV.