Wien

Eleven ernteten Zweige für ihre Lipizzianer-Gerten

Material für 1.000 Reitgerten ernteten Anwärter der Spanischen Hofreitschule im Wienerwald. Auch die Gerten werden in Handarbeit gefertigt.

Heute Redaktion
Alfred Hudler, Geschäftsführer der Spanischen Hofreitschule, und Elevin Michaela Winkler beim Schneiden der Birkenzweige
Alfred Hudler, Geschäftsführer der Spanischen Hofreitschule, und Elevin Michaela Winkler beim Schneiden der Birkenzweige
ÖBf-Archiv/F. Helmrich

Die Wälder der Österreichischen Bundesforste (ÖBf) waren dieser Tage Schauplatz einer jahrhundertealten Tradition: Elevinnen und Eleven sowie Bereiteranwärterinnen und Bereiteranwärter der Spanischen Hofreitschule kamen in den Wienerwald, um Reitgerten aus Birkenzweigen für das Training und die Vorführungen der weltberühmten Lipizzaner zu schneiden. Damit folgt man einer Tradition, die bis ins 16. Jahrhundert zurückgeht.

"Junge Birkenzweige sind trotz ihrer hohen Stabilität biegsam und äußerst elastisch. Sie bringen somit von Natur aus beste Voraussetzungen für die außergewöhnliche Verwendung in der Spanischen Hofreitschule mit“, so Andreas Gruber, Vorstand für Forstwirtschaft und Naturschutz der Österreichischen Bundesforste. Die Birkenzweige aus dem Bundesforste-Revier Pressbaum dienen als "Naturrohstoff“ für rund 1.000 Reitgerten.

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    Quadrille in der Spanischen Hofreitschule
    Quadrille in der Spanischen Hofreitschule
    © renevanbakel.photo/Spanische Hofreitschule

    Tradition und Handarbeit

    Beste Erntezeit für die Zweige ist im Winter, wenn die Bäume in sogenannter Saftruhe stehen. Für die Reitgerten werden ausschließlich die Haupttriebe von jungen, meist drei- bis sechsjährigen Birken verwendet.

    Diese sind gerade gewachsen, wenig verzweigt und verfügen über einen Durchmesser von ein bis zwei Zentimetern. Nach dem Schnitt der Zweige entfernen die Elevinnen und Eleven sowie die Bereiteranwärterinnen und Bereiteranwärter die Seitentriebe.

    Gerten werden luftgetrocknet

    Anschließend werden die Äste gebündelt und über mehrere Monate im Keller der Hofreitschule luftgetrocknet. Bevor die Naturreitgerten zum Einsatz kommen, werden sie knapp davor in Wasser eingelegt, um ihre Elastizität zu sichern.

    "Diese Tradition, die über die Jahrhunderte bewahrt und an die Jüngsten in unserem Team übertragen wurde, zeigt in wunderbarer Weise wie lebendige Geschichte in der Spanischen Hofreitschule weitergeschrieben wird“, so Alfred Hudler, Geschäftsführer der Spanischen Hofreitschule.

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