Fassungslosigkeit in Wien! Rapid verlor am Mittwochabend das Playoff der Conference League gegen Heart of Midlothian in Wien nach Elfmeterschießen 4:5. Moulaye Haidara und Marco Tilio verschossen vom Punkt. Im Rückspiel stand es nach 120 Minuten 2:2.
Die Ligaphase hätte direkt 3,17 Millionen Euro Antrittsprämie gebracht, weitere 400.000 für jeden Sieg, 133.000 für jedes Remis. Stattdessen ist die Europacup-Reise mit der ersten Saison-Niederlage beendet.
Einen Tag nach dem furiosen LASK-Wunder von Linz gegen Schottlands Meister Celtic, bei dem Österreichs Doublesieger ein 0:4 in ein 5:4 drehte und in die Champions League stürmte, blamierten sich die Hütteldorfer gegen die "Hearts".
Rapid verlor das Rückspiel des Playoffs gegen den Schottland-Vizemeister 2:3 nach Elfmeterschießen (1:1 im Hinspiel) – ein Selbstfaller! Die Wiener schienen zunächst alles im Griff zu haben, gingen durch Ercan Kara (35.) in Führung und spielten vor der Schlussphase zudem in Überzahl.
Die Stimmen
Kapitän Matthias Seidl: "Die letzten Wochen hatten wir einen guten Start in die Saison. Jetzt bringt uns die ganze Quali nichts, wenn wir es nicht rein schaffen. Es war nicht unser bestes Spiel, aber es war in Ordnung. Wenn man im Elferschießen verliert, ist es bitter. Wir haben gute Leistungen gezeigt, aber es hat ein bisschen was gefehlt."
Trainer Johannes Hoff Thorup: "Es waren Schlüsselmomente. Wir haben stark begonnen, hatten das Spiel dort, wo wir es haben wollten. Dann haben wir die zweite Hälfte wieder nicht gut genug begonnen. Wir haben in der Pause eigentlich darüber gesprochen. Da müssen wir lernen und müssen besser werden. Wir sind gut. Es ist ein fürchterlicher Abend. Wir sind enttäuscht. Aber wir müssen uns wieder fokussieren, auch die guten Momente mitnehmen. Wir haben heute verloren, aber im Elfmeterschießen. Acht Siege und zwei Unentschieden sind es am Ende."
Sportboss Markus Katzer: "Wir haben in beiden Spielen Phasen, die nicht gut waren. Wir haben das Momentum völlig hergegeben. Der Spielverlauf war eigentlich perfekt. Das ist extrem deprimieren. Aber wir sind selber schult. Wir hätten in der zweiten Hälfte genauso auftreten müssen wie in der ersten Hälfte, dann hätten wir das Spiel gewonnen."
Katzer weiter: "Wir haben den Kader bis vor 30 Minuten so ausgelegt, dass wir international spielen. Wir werden sehen, was in den nächsten Tagen passiert. Wir werden keinen Spieler verpflichten, ohne, dass wir einen abgegeben haben. Es gibt reges Interesse an einigen unserer Spieler. Wir sind zum ersten Mal in den letzten Jahren nicht in der Ligaphase. Das ist natürlich bitter. Aber wir dürfen jetzt den Kopf nicht in den Sand stecken. Wir haben am Sonntag gegen Sturm ein wichtiges Ligaspiel."
Dann folgte der plötzliche Einbruch: Pierre Landry Kabore schockte die "Grün-Weißen" mit dem Ausgleich (79.). Calvin Miller schoss die Gäste in der Verlängerung in Führung. Tomas Magnusson hatte in der 76. Minute Rot gesehen.
In letzter Sekunde rettete Innenverteidiger Nenad Cvetkovic Rapid ins Elfmeterschießen (120.). Dort hatten die Schotten aber die besseren Nerven.
Rapid kassiert nach dem ungeschlagenen Saisonstart, dem fulminanten 8:0 gegen den GAK, die erste Niederlage und mit dem Aus im Europacup zeitgleich einen herben Dämpfer. Vizemeister Sturm hatte in der Champions-League-Quali vor wenigen Wochen gegen "Hearts" mit 4:0 und 2:0 zwei klare Siege gefeiert und kommt nun schon am Sonntag (17 Uhr) als nächster Bundesliga-Gegner nach Hütteldorf. Drei Tage später muss Rapid zum Nachtragsspiel nach Salzburg (Mittwoch, 20.30 Uhr). Nach drei Siegen zum Saisonstart stehen Trainer Johannes Hoff Thorup und seinem Team nach dem bitteren Aus im Conference-League-Playoff weitere richtungsweisende Tage bevor.
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