Omar Ayuso (25) erlangte durch seine Rolle im Netflix-Hit "Elité" breite Bekanntheit. Nun stellt er seinen Film "On the Go" am Locarno Film Festival in der Schweiz vor. Im Interview mit "Heute" Partnerplattform "20 Minuten" wehrt sich der 25-Jährige unter anderem gegen die Vorwürfe, dass seine Rolle sehr sexualisiert sei.
Du bist an das Locarno Film Festival gereist, um deinen neuen Film "On the Go" zu präsentieren. Was bedeutet dir dieses Projekt?
Es ist für mich nicht nur mein erstes Projekt als Filmschauspieler, sondern auch ein Film, den ich mir als Zuschauer auch anschauen, genießen und lieben würde. Es ist das erste Mal, dass ich mit einem Stück vollends zufrieden bin.
Heißt das, du bist mit dem "Elité"-Erfolg auf Netflix nicht zufrieden?
Nein, es ist einfach eine andere Form des künstlerischen Schaffens. Bei großen Produktionen ist alles getaktet und vorgegeben, während bei einer kleineren Produktion mit weniger finanziellen Mitteln eher Handlungsspielraum offen bleibt, um zu improvisieren. Zudem entwickeln sich im überschaubaren Team eher familiäre Beziehungen. Ein Nachteil ist aber, dass bei begrenzten Budgets einige Dinge, Personen oder Vorzüge fehlen. Nichtsdestotrotz ziehe ich aber die Emotionalität dem Luxus vor.
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Wie war es, das Ergebnis auf der Kinoleinwand zu sehen?
Einfach nur genial! Mit dem ganzen Team das Ergebnis zu sehen und die Emotionen und das Feedback im ausverkauften Saal zu spüren, war überwältigend. Ich fühle mich geehrt, dass die Menschen sich so sehr für unser Schaffen interessiert haben und bei der großen Filmauswahl am Locarno Film Festival für uns entschieden haben. Ihr Lachen war unsere Bestätigung, dass wir alles richtig gemacht haben.
Deine Rollen wirken oft sehr sexualisiert. Wie gehst du an solche Szenen ran?
Mein Charakter in "On the Go" bewältigt zwar seine Emotionen durch Sex, was aber nicht heißt, dass er sexualisiert ist. Aus diesem Grund muss ich mich auf meine Gefühle einlassen und nichts anderes.
Fällt es deinem Partner schwer, dich so zu sehen?
Mein Privatleben versuche ich möglichst zu schützen, um einen sicheren Hafen zu haben.
Was würdest du Jugendlichen raten, die ebenfalls queer sind und ähnlich aufwachsen wie du?
Seid gelassen. Wenn das Leben nicht zu deinen Gunsten spielt und die Umgebung nicht die günstigste ist, um dich als Individuum zu entwickeln und mit den eigenen Werten und der persönlichen Identität zu leben: Habt Geduld. Denn langsam wirst du älter und wirst dir ein Leben und eine Umgebung aufbauen, wo du du selbst sein kannst.
Siehst du dich in Zukunft eher in Serien oder Filmen?
Ich sehe mich in verschiedenen Projekten, sei es in Serien, in Filmen wie auch in Theaterstücken, in denen ich meine Identität als Schauspieler erforschen und ausleben kann.