Eltern getötet: Einweisung in Anstalt für Killer (36)

Mordprozess am Montag in Korneuburg: Milan A. (36) musste sich für die Gewalttat an seinen Eltern in Deutsch-Wagram verantworten.
Bleich, scheu und sichtlich unter dem Einfluss von schweren Medikamenten betrat der Serbe am Montag den Gerichtssaal am Landesgericht Korneuburg. Der psychische Kranke hatte bereits eine mehrjährige Haftstrafe in Göllersdorf verbüßt, wurde 2014 freigelassen und stand dann unter Beobachtung.

Dann wurden wegen eines angeblichen Kinderwunsches die Tabletten umgestellt, Milan A. wurde zunehmend seltsam, fühlte sich von der Mafia und eigenen Familie verfolgt. Und im Februar sollte genau dieser Zustand bei einem Familienessen in Deutsch-Wagram (Gänserndorf) besprochen werden. Nur: Der Serbe glaubte, dass ihn seine Familie einweisen lassen wollte, griff zum Küchenmesser, tötete seinen Vater (52), seine Schwiegermutter (52) und verletzte seine Gattin (38) schwer. Beim Eintreffen der Polizei nahm er seinen Sohn (11) als Geisel ("Heute" berichtete).

Vor dem Schwurgericht wurde Milan A. von Jurist Manfred Arbacher-Stöger verteidigt. Der Verteidiger strich den problematischen Geisteszustand des Angeklagten hervor und plädierte auf eine Einweisung. Auch der Gutachter war dieser Ansicht. Das Urteil: Milan A. wurde für unzurechnungsfähig erklärt (somit nicht schuldig wegen Doppelmordes) und in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingeliefert. Der Serbe kommt wieder in die Sonder-Justizanstalt Göllersdorf. Dort wird er die nächsten Jahre behandelt und jährlich begutachtet. "Sollte mein Mandant wieder entlassen werden, dann nur noch in eine betreute Wohneinrichtung", so Jurist Arbacher-Stöger.

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch. (Lie)

Nav-Account heute.at Time| Akt:
KorneuburgGerichtsberichterstattungNiederösterreichMord

ThemaCreated with Sketch.Weiterlesen