Eltern stehen Schlange für Gratis-Schulsachen

Immer mehr armutsgefährdete Eltern sind beim Kauf von Schulsachen für ihre Kinder auf die Hilfe des Staates angewiesen.
Immer mehr armutsgefährdete Eltern sind beim Kauf von Schulsachen für ihre Kinder auf die Hilfe des Staates angewiesen.Bild: iStock
Seit einigen Jahren können Mindestsicherungsbezieher kostenlose Schulstarter-Pakete beziehen. Aber: Noch nie war der Bedarf so groß wie 2018.

Immer mehr armutgefährdete Eltern sind der bei Besorgung von Schulsachen für ihre Liebsten auf die Hilfe des Sozialstaates angewiesen. Bereits seit mehreren Jahren können sich Familien, von denen mindestens einer oder beide Elternteile die Mindestsicherung beziehen, ein kostenloses Schulsstart-Paket abholen. Ein Angebot, auf das in den letzten Jahren, laut dem roten Kreuz, immer mehr Personen zurückgegriffen haben.

Auch Hitzewelle kann "Run" auf Gratis-Schulsachen nicht verhindern

Auch in diesem Jahr scheint der "Run" auf die kostenlosen Schulsachen des Roten Kreuzes ungebrochen. Trotz der enormen Temperaturen während der momentanen Hitzewelle gehen die zur Verfügung gestellten Zirkel, Schulhefte und Taschenrechner erneut weg wie warme Semmeln, und mehr noch: 2018 scheint der Bedarf an finanzieller Unterstützung für die schulische Ausbildung der Kinder größer denn je.

Monika Wild, die beim Roten Kreuz für die Aktion verantwortlich ist, sprach gegenüber dem Ö1-Morgenjournal von einer Verdoppelung der Bezieher-Zahlen: „Wir sind überrascht über den hohen Ansturm. Nicht nur in Wien, sondern auch in den Bundesländern. Wir hatten vor einigen Tagen über 4.0000 Personen die zu ins gekommen sind und Pakete bestellt bzw. mitgenommen haben." Zusammengenommen seien dies im Vergleich zum Vorjahr in etwa mehr als doppelt soviele Personen gewesen, die ein gratis Schulstart-Paket beantragen wollten.

Der Bedarf an gratis Schulsachen steigt weiter

Grundsätzlich sind österreichweit rund 55.000 Personen aufgrund für die Schulstart-Pakete bezugsberechtigt. Hintergrund ist, dass mindestens einer von beiden Elternteilen in der Mindestsicherung stehen muss, um einen Anspruch auf das kostenlose Schulpaket zu erhalten. Die Zahl der Bezugsberechtigten blieb in den letzten Jahren annähernd gleich, allerdings nehmen immer mehr Bezugsberechtigte den Anspruch neuerdings auch tatsächlich wahr. 2015 waren es noch lediglich 33.000 Bezieher, im Vorjahr waren es jedoch bereits 45.000. In diesem Jahr rechnet das rote Kreuz mit einer weiteren Fortsetzung des Trends.

Finanziert wird die ganze Aktion zum überwiegenden Teil vom Europäischen Hilfsfonds der EU und vom heimischen Sozialministerium. Wer selbst noch Bedarf an einem Paket anmelden möchte, oder aber sich beim Verteilen der Pakete verdient machen möchte, der kann dies noch bis zum 19. September tun (Achtung: in Wien endet die Frist bereits am 7. September).

(mat)

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