Embolie – 5 Tage nach der Impfung ging alles los

Eine 51-Jährige wurde mit Lungenembolie im LKH Graz behandelt. (Symbol)
Eine 51-Jährige wurde mit Lungenembolie im LKH Graz behandelt. (Symbol)ERWIN SCHERIAU / APA / picturedesk.com
Angespannte Lage nach dem 3. Impfvorfall: Eine Steirerin lag nach einer "AstraZeneca"-Impfung über 2 Wochen im Spital. Eine Waldviertlerin ist tot.

Nach den zwei Fällen in Zwettl (NÖ) gibt es jetzt einen dritten, mutmaßlichen Impfvorfall in der Steiermark: Eine Angestellte des Grazer Spitals war am 12. Februar mit "AstraZeneca" geimpft worden, klagte dann über Nebenwirkungen wie Fieber, Kopfschmerzen und Gliederschmerzen.

Steirerin gut 2 Wochen im Spital

Am 17. Februar ging die 51-Jährige schließlich zum Hausarzt, der veranlasste eine Blutabnahme. Tags darauf, am 18. Februar, wurde eine viel zu niedrige Anzahl an weißen Blutkörperchen festgestellt.

Fünf Tage später verschlechterte sich der Zustand der Steirerin rapide, sie musste sofort ins Klinikum. Die Diagnose: Lungenembolie. "Sie war bis heute stationär im LKH Graz, konnte sehr gut behandelt werden", so ein Spitalssprecher.

Interessant: Am Dienstagmorgen in der Pressekonferenz des Gesundheitsministeriums über Impf-Fortschritte wurden nur die nö. Fälle genannt. "Wir haben die Grazer Causa erst nach Bekanntwerden der nö. Fälle gemeldet. Somit war es so ziemlich parallel", erklärt der Spitalssprecher weiter.

49-Jährige wird obduziert

Wie berichtet, war eine 49-jährige Schwester ohne offensichtlich schwere Vorerkrankung nach einer "AstraZeneca"-Impfung in Zwettl im AKH Wien gestorben, eine 34-Jährige Kollegin (hatte bereits eine Beinvenenthrombose) landete im Zwettler Spital. Bei der jüngeren Spitalskraft konnte die Lungenembolie abgefangen werden, die ältere Krankenschwester hatte Blutgerinnsel am ganzen Körper und somit keine Chance. Ob ein Zusammenhang mit der Impfung besteht, ist ungewiss. Ein Obduktionsergebnis aus dem Wiener AKH soll in den nächsten Tagen vorliegen.

Verschiedene Chargen

Und: Die beiden Niederösterreicherinnen waren mit einer anderen Charge als die Steirerin geimpft worden. "Es herrscht Krisenmodus, wir haben kaum Zeit zum Nachforschen", so ein Insider über die jetzige Situation im Gesundheitsministerium und bei den Behörden.

Wie geht es weiter mit den "AstraZeneca"-Impfungen? Denn immerhin erwartet das Gesundheitsministerium alleine im März 350.000 Dosen "AstraZeneca".

Drei Optionen hält der Insider jetzt für möglich:

➤ Weitermachen, also weiterimpfen wie bisher und mögliche Kollateralschäden in Kauf nehmen.
➤ Auch die zweite "AstraZeneca"-Charge aus dem Verkehr ziehen oder ein genereller Impfstopp für "AstraZeneca" in Österreich.
➤ Menschen mit Blutgerinnungsproblemen nicht mit "AstraZeneca" impfen. 

"Den dritten Punkt betreffend sind das, sehr vorsichtig geschätzt, sicherlich 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung", so der Insider weiter. Er listet die fünf Hauptrisken für Blutgerinnungsstörungen auf: Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes, Rauchen, Pille.

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