Es war ein schöner Sonntagnachmittag im Juni in der Region Scheibbs und Melk, als ein lauter Krach die Bewohner aufschreckte, wir berichteten. Eine der neu gebauten Umfahrungsbrücken bei Petzenkirchen in Richtung Wieselburg stürzte ein. Nach diesem Vorfall untersuchten zahlreiche Experten einer Untersuchungskommission Statik, Material, die Arbeit der örtlichen Bauaufsicht sowie die Bewehrung der Brücke.
Jetzt liegt das fertige Gutachten dem Land Niederösterreich als Bauherr vor. Aber: Es bleibt noch der Öffentlichkeit verwehrt. Denn nun sind die Juristen am Wort. "Aufgrund der laufenden Verhandlungen können wir noch keine Aussagen darüber machen", erklärt Gerhard Fichtinger, Pressesprecher des NÖ Straßendienstes. Es sollen so keine Reaktionen von Rechtsanwälten provoziert werden.
Jetzt geht es um die Deckung des Schades durch jene Firmen, die dafür verantwortlich sind. Kurz nach dem Einsturz wurde bekannt, dass eine falsche Statikberechnung als wahrscheinliche Einsturzursache in Frage kommt. Dadurch soll zu wenig Bewehrungseisen im Brückentragwerk gewesen sein.
"Eine Schadenssumme kann ich derzeit auch noch nicht beziffern", teilt Fichtinger mit. Eine Verkehrsfreigabe der Umfahrung ist im Frühjahr 2021 möglich.